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Forderungseinzug in Tschechien

Der vollständige Leitfaden für deutsche Unternehmen (2026)

Ein tschechischer Geschäftspartner zahlt nicht? Dieser Leitfaden erklärt, wie deutsche Unternehmen Forderungen in Tschechien durchsetzen: vorgerichtliche Zahlungsaufforderung, Zahlungsbefehl, Klage, Zwangsvollstreckung und Insolvenz — mit realistischen Kosten, Fristen und den Fehlern, die deutsche Gläubiger bares Geld kosten. Sie benötigen Beratung zu diesem Thema? Kontaktieren Sie die Kanzlei ARROWS per E-Mail an consultation@arws.cz.

Forderungseinzug in Tschechien:

Das Wichtigste in sechs Punkten:

Vor Klageerhebung müssen Sie dem Schuldner eine förmliche Zahlungsaufforderung (předžalobní výzva) mit mindestens 7 Tagen Vorlauf zustellen — eine deutsche Mahnung genügt nicht. Ohne sie gewinnen Sie den Prozess und bleiben trotzdem auf Ihren Anwaltskosten sitzen (§ 142a der tschechischen Zivilprozessordnung).
Dokumentierte, unbestrittene Forderungen sind schnell: Ein Zahlungsbefehl wird oft binnen Wochen bis weniger Monate vollstreckbar. Bestrittene Forderungen dauern in erster Instanz 1–3 Jahre.
Die Verjährungsfrist beträgt 3 Jahre — taggenau ab Fälligkeit, ohne das deutsche Jahresende-Prinzip. Ein schriftliches Schuldanerkenntnis setzt eine neue 10-Jahres-Frist in Gang.
Zusätzlich zur Hauptforderung stehen Ihnen gesetzliche Verzugszinsen zu (Repo-Satz der Tschechischen Nationalbank + 8 Prozentpunkte) sowie eine Pauschale von 1 200 CZK (rund 50 EUR) je Forderung.
Gerät der Schuldner in die Insolvenz, haben Sie 2 Monate Zeit zur Forderungsanmeldung. Verspätete Anmeldungen bleiben unberücksichtigt — eine nachträgliche Anmeldung wie nach § 177 InsO kennt das tschechische Recht nicht.
Deutsche Urteile sind in Tschechien unmittelbar vollstreckbar (Brüssel Ia). Die Vollstreckung läuft über private Gerichtsexekutoren, die Konten und Vermögen binnen Tagen sperren können.
ARROWS advokátní kancelář

Warum Ihre deutsche Mahnung in Tschechien wirkungslos ist

Die teuerste Fehlannahme deutscher Gläubiger steht am Anfang des Verfahrens. Nach § 142a der tschechischen Zivilprozessordnung erhält der obsiegende Kläger seine Prozesskosten nur dann vom Schuldner erstattet, wenn er ihm mindestens 7 Tage vor Klageerhebung eine förmliche Zahlungsaufforderung an die Zustelladresse oder die letzte bekannte Adresse übermittelt hat.

Beachten Sie, was diese Regel bewirkt — und was nicht. Sie hindert Sie nicht an der Klage; das Gericht verhandelt Ihren Fall auch ohne die Aufforderung. Sie entscheidet darüber, wer das Verfahren bezahlt. Tschechische Gerichte sprechen Kostenerstattung nach gesetzlichen Tarifen zu, und bei mittleren Handelsforderungen sind das erhebliche Beträge. Wer ohne konforme Aufforderung gewinnt, trägt — von Ausnahmefällen abgesehen — seine eigenen Kosten selbst.

Eine übersetzte deutsche Mahnung erfüllt die Anforderungen regelmäßig nicht: Das Schreiben muss die Forderung präzise bezeichnen und die Klage ausdrücklich androhen. In der Praxis stellen wir es über die Datenbox (datová schránka) des Schuldners zu — ein staatliches elektronisches Postfach, das jede tschechische Gesellschaft führen muss und das einen unbestreitbaren Zustellnachweis liefert. Eine konforme Aufforderung einer tschechischen Kanzlei verändert zugleich die Verhandlungslage: Der Schuldner kann exakt ausrechnen, was ihn die Zahlungsverweigerung kosten wird, sobald Zinsen und erstattungsfähige Kosten hinzukommen.

Können Sie vor einem deutschen Gericht klagen?

Meistens nicht — und selbst wenn, hilft es Ihnen oft wenig. Nach der Verordnung Brüssel Ia (EU) Nr. 1215/2012 ist der Beklagte grundsätzlich an seinem Sitz zu verklagen — für eine tschechische Gesellschaft also in Tschechien. Ausnahmen bestehen: Vertragsstreitigkeiten können am Erfüllungsort (Lieferort der Ware, Ort der Dienstleistung) anhängig gemacht werden, und eine wirksam vereinbarte Gerichtsstandsklausel wird respektiert.

Verfügen Sie bereits über ein deutsches Urteil oder einen Vollstreckungsbescheid, ist der Titel in Tschechien ohne Exequaturverfahren unmittelbar vollstreckbar. Sie legen eine Ausfertigung samt der Bescheinigung nach Artikel 53 Ihres deutschen Gerichts vor, und die tschechische Vollstreckung kann beginnen.

Der praktische Kern ist dieser: Das Vermögen des Schuldners liegt in Tschechien, also endet jeder Weg in der tschechischen Zwangsvollstreckung. Bei einer klaren Rechnungsforderung ist die direkte Klage in Tschechien häufig schneller und günstiger, als in Deutschland zu prozessieren und den Titel anschließend zu importieren.

Außergerichtliche Beitreibung: Wo die meisten Fälle enden

In der tschechischen Praxis werden bis zu 95 % der Handelsforderungen erledigt, bevor überhaupt Klage erhoben wird. Diese Phase ist keine Höflichkeit — sie ist meist der schnellste und günstigste Weg zum Geld und lässt sich nutzen, um Ihre Rechtsposition für später zu stärken.

Das zentrale Instrument ist das schriftliche Schuldanerkenntnis. Ein Anerkenntnis nach Grund und Höhe begründet die Vermutung, dass die Schuld besteht (§ 2053 des tschechischen Bürgerlichen Gesetzbuchs), und setzt eine neue zehnjährige Verjährungsfrist in Gang (§ 639). Bittet der Schuldner um Zahlungsaufschub, lautet die Antwort: schriftlich, mit Anerkenntnis. Zwei weitere Regeln arbeiten still für Sie — die Zahlung von Zinsen gilt als Anerkenntnis der Hauptforderung, und eine Teilzahlung kann dieselbe Wirkung haben, wenn die Umstände darauf schließen lassen (§ 2054).

Einigt man sich auf Ratenzahlung, ist die stärkste Form die notarielle Urkunde mit Unterwerfung unter die sofortige Vollstreckbarkeit — das tschechische Gegenstück zur vollstreckbaren Urkunde, die Sie aus § 794 ZPO kennen. Platzt eine Rate, gehen Sie direkt in die Vollstreckung: keine Klage, kein Warten auf ein Urteil.

Mahnverfahren auf Tschechisch: der Zahlungsbefehl — und seine Falle

Für dokumentierte, nicht ernsthaft bestrittene Forderungen bietet das tschechische Verfahren den Zahlungsbefehl (platební rozkaz): Das Gericht erlässt ihn ohne mündliche Verhandlung nach Aktenlage; der Schuldner hat 15 Tage, um zu zahlen oder Widerspruch einzulegen. Der elektronische Zahlungsbefehl (§ 174a der Zivilprozessordnung) wird online eingereicht und kostet weniger Gerichtsgebühr.

Hier lauert der Unterschied zum deutschen Mahnverfahren, den deutsche Gläubiger regelmäßig unterschätzen. Der Mahnbescheid ist ein automatisierter Verwaltungsakt ohne inhaltliche Prüfung. Der tschechische Richter dagegen muss von der Berechtigung der Forderung schon nach den eingereichten Unterlagen überzeugt sein — Vertrag, Rechnungen, Liefernachweise, Korrespondenz gehören vollständig in den Antrag. Wer die Mahnbescheid-Logik nach Tschechien überträgt und dünn dokumentiert einreicht, scheitert an einem Standard, den es zu Hause nicht gibt.

Für grenzüberschreitende Forderungen innerhalb der EU steht der Europäische Zahlungsbefehl (Verordnung (EG) Nr. 1896/2006) zur Verfügung, beantragt auf dem Formblatt A. Zwei tschechische Besonderheiten: Der Europäische Zahlungsbefehl muss dem Schuldner zu eigenen Händen zugestellt werden — Ersatzzustellung ist ausgeschlossen — und die Einspruchsfrist beträgt 30 Tage.

Alle Zahlungsbefehle teilen eine Falle. Ein einziger Widerspruch (odpor), der keinerlei Begründung braucht, hebt den Befehl vollständig auf und überführt die Sache in ein streitiges Verfahren vor einem tschechischen Gericht. Ein deutsches Unternehmen, das im Alleingang beantragt hat, ist plötzlich Kläger in einem ausländischen Prozess — mit tschechischen Fristen, auf Tschechisch. Der Zahlungsbefehl ist ein Werkzeug für Schuldner, die nicht kämpfen werden; wählen Sie ihn mit vorbereitetem Streitszenario.

Instrument

Geeignet für

Gerichtsgebühr (Forderungen über 20 000 CZK)

Elektronischer Zahlungsbefehl

Dokumentierte, unbestrittene Geldforderungen

4 % der Forderung (400 CZK bis 10 000; 800 CZK bis 20 000)

Klage / Zahlungsbefehl

Bestrittene oder komplexe Forderungen

5 % der Forderung (bis 40 Mio. CZK; 1 000 CZK unter 20 000)

Europäischer Zahlungsbefehl

EU-grenzüberschreitend, passiver Schuldner

Reguläre Gebührenregeln

ARROWS advokátní kancelář

Obsiegen Sie — und haben Sie die Zahlungsaufforderung versandt —, verurteilt das Gericht den Schuldner zur Erstattung dieser Gebühren samt Ihrer Anwaltskosten nach gesetzlichen Sätzen.

Streitiges Verfahren: Was Sie vor einem tschechischen Gericht erwartet

Der tschechische Zivilprozess ist urkundenlastig. Schon im Zahlungsbefehlsverfahren muss der Richter allein aus den Dokumenten überzeugt werden; im streitigen Verfahren gilt das erst recht. Eine Forderung, die auf einer guten Geschäftsbeziehung, aber dünner Papierlage ruht, ist eine schwache Forderung — unabhängig von ihrer Berechtigung. Rechnen Sie mit einem strengeren Beweisstandard, als Sie ihn gewohnt sind.

Verhandelt wird auf Tschechisch; fremdsprachige Urkunden benötigen beglaubigte Übersetzungen. Reisen müssen Sie nicht: Mit einer Vollmacht vertreten unsere Anwälte Sie in sämtlichen Verfahrensschritten einschließlich der Verhandlungen.

Ein bestrittenes erstinstanzliches Verfahren dauert typischerweise 1–3 Jahre; die Berufung verlängert. Es gilt das Unterliegensprinzip, die Kostenerstattung erfolgt jedoch nach gesetzlichen Tarifen und deckt die tatsächlichen Anwaltskosten nicht immer vollständig — ein Umstand, den Sie in Vergleichsentscheidungen einpreisen sollten. Droht der Schuldner während des Verfahrens Vermögen beiseitezuschaffen, stehen einstweilige Maßnahmen zur Verfügung, darunter der Europäische Beschluss zur vorläufigen Kontenpfändung (Verordnung (EU) Nr. 655/2014), der Konten des Schuldners EU-weit ohne Vorwarnung sperren kann.

Schreiben Sie uns — wir prüfen Ihre Forderung, das Vermögen des Schuldners und den realistischen Weg zur Beitreibung. Antwort innerhalb von 24 Stunden: consultation@arws.cz.

Zwangsvollstreckung: Aus dem Titel wird Geld

Ein Urteil, ein rechtskräftiger Zahlungsbefehl oder eine vollstreckbare notarielle Urkunde ist ein Vollstreckungstitel — ein Stück Papier. Das Geld holt der soudní exekutor, ein privater Gerichtsexekutor mit staatlicher Autorität (Gesetz Nr. 120/2001 Slg.). Auf Ihren Antrag sperrt er Bankkonten, pfändet Löhne, beschlagnahmt Fahrzeuge, Maschinen und Lagerbestände, belastet Immobilien und pfändet Geschäftsanteile — oft binnen Tagen nach Beauftragung. Wer den deutschen Gerichtsvollzieher kennt, ist vom Tempo und den Befugnissen des tschechischen Systems regelmäßig positiv überrascht; die Wahl eines durchsetzungsstarken Exekutorenbüros macht dabei einen spürbaren Unterschied.

Die Vergütung des Exekutors beträgt 15 % des beigetriebenen Betrags (bei üblichen Forderungsgrößen; für sehr große Forderungen gelten niedrigere Sätze, das Minimum liegt bei 2 000 CZK). Sie wird der Schuld hinzugerechnet und letztlich vom Schuldner getragen; vom Gläubiger kann ein Vorschuss verlangt werden. Ein Vollstreckungstitel bleibt 10 Jahre verwendbar — warten sollten Sie trotzdem nicht, denn Vermögen bewegt sich schneller als Fristen.

Insolvenz des Schuldners: die 2-Monats-Guillotine

Nichts vernichtet Forderungen deutscher Gläubiger in Tschechien zuverlässiger als eine verpasste Insolvenzfrist. Wird das Verfahren eröffnet, schreibt Ihnen niemand. Die Veröffentlichung im öffentlichen Insolvenzregister (ISIR) gilt als Bekanntgabe gegenüber jedermann — und es ist das Problem des Gläubigers, sie gesehen zu haben.

Die Folgen kommen in zwei Schritten. Erstens werden Einzelklagen und laufende Vollstreckungen eingefroren. Zweitens setzt der Eröffnungsbeschluss eine Frist von 2 Monaten zur Forderungsanmeldung (§ 136 des Insolvenzgesetzes). Verspätet angemeldete Forderungen bleiben unberücksichtigt und erhalten im Verfahren nichts (§ 173) — das Gesetz lässt dem Gericht keinen Spielraum. Die aus § 177 InsO vertraute nachträgliche Anmeldung gegen Gebühr existiert nicht. Immerhin: Die Anmeldung unterbricht die Verjährung wie eine Klage.

Zwei Punkte verdienen zusätzliche Aufmerksamkeit. Ein Schuldner in früher Schieflage kann seine Gläubiger neuerdings zu einer präventiven Restrukturierung nach Gesetz Nr. 284/2023 Slg. einladen — eine Einladung, auf die man nicht aus dem Bauch, sondern anwaltlich beraten reagieren sollte, weil Ihre Reaktion die spätere Position beeinflusst. Und der einzige verlässliche Schutz ist systematisch: ARROWS überwacht das Insolvenzregister für die tschechischen Geschäftspartner seiner Mandanten, damit die Zwei-Monats-Uhr nie unbemerkt zu laufen beginnt. Eine ausführliche Darstellung des Verfahrens finden Sie in unserem englischsprachigen Leitfaden zum tschechischen Insolvenzverfahren.

Zinsen, Pauschale, Verjährung: die Zahlen hinter Ihrer Forderung

Eine tschechische Handelsforderung ist mehr wert als ihr Nennbetrag. Gesetzliche Verzugszinsen laufen in Höhe des Repo-Satzes der Tschechischen Nationalbank zuzüglich 8 Prozentpunkten pro Jahr (Regierungsverordnung Nr. 351/2013 Slg.), fixiert nach dem Repo-Satz am ersten Tag des Halbjahres, in dem der Verzug eintrat — der Mechanismus entspricht also dem deutschen Modell aus § 288 Abs. 2 BGB (Basiszinssatz + 9 Prozentpunkte), nur mit anderer Referenz. Hinzu kommt eine Pauschale von mindestens 1 200 CZK (rund 50 EUR) je Forderung im B2B-Verhältnis — das Pendant zur deutschen 40-Euro-Pauschale. Eine vereinbarte Vertragsstrafe (smluvní pokuta) kommt obendrauf; tschechische Gerichte setzen solche Klauseln durch, die Qualität der Formulierung entscheidet allerdings darüber, wie viel davon der Prüfung standhält.

Dem gegenüber steht die Verjährung — und hier liegt eine Falle im Detail. Die Frist beträgt wie in Deutschland 3 Jahre, mit einer absoluten Grenze von 10 Jahren (§ 629 des Bürgerlichen Gesetzbuchs). Sie läuft jedoch taggenau ab Fälligkeit, nicht erst ab dem Jahresende wie nach § 199 BGB. Eine im März fällige Rechnung verjährt in Tschechien im März drei Jahre später — bis zu neun Monate früher, als ein deutscher Gläubiger es intuitiv erwartet. Erhebt der Schuldner die Einrede, muss das Gericht die Klage abweisen; Billigkeitskorrekturen gibt es nicht. Die Uhr lässt sich steuern: Ein schriftliches Anerkenntnis startet eine neue 10-Jahres-Frist, und vertraglich können die Parteien eine Verjährungsfrist zwischen einem und fünfzehn Jahren vereinbaren (§ 630) — eine Option, die in tschechische Lieferverträge gehört.

Die teuersten Fehler deutscher Gläubiger

Fehler

Folge

Richtig

Übersetzte deutsche Standard-Mahnung verschicken

Kein Kostenerstattungsanspruch, selbst nach Prozesssieg

§ 142a-konforme Aufforderung, Zustellung per Datenbox

In Deutschland klagen, ohne Brüssel Ia und den Vertrag zu prüfen

Monate verloren; Titel angreifbar oder nutzlos

Zuständigkeit vorab klären; oft direkt in Tschechien klagen, wo das Vermögen liegt

Die Mahnbescheid-Logik nach Tschechien übertragen

Antrag scheitert am Beweisstandard — oder ein begründungsloser Widerspruch führt ins streitige Verfahren

Vollständige Dokumentation und Streitszenario vor Antragstellung

Verhandeln, während die Verjährung läuft

Klageabweisung auf Einrede — taggenau, früher als nach BGB-Gefühl

Schriftliches Anerkenntnis einholen oder Klage einreichen

Das Insolvenzregister nicht überwachen

2-Monats-Frist verpasst, Forderung faktisch wertlos

Automatisiertes ISIR-Monitoring aller tschechischen Geschäftspartner

Nach dem Urteil stehen bleiben

Titel ist noch kein Geld

Sofortiger Vollstreckungsantrag und Vermögensermittlung

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Eine praktische Gewohnheit, die den meisten dieser Fehler vorbeugt: Prüfen Sie Ihren Geschäftspartner vor und während der Beziehung in den öffentlichen Registern — Handelsregister und ARES. Sitzverlegungen, Gesellschafterwechsel und fehlende Jahresabschlüsse kündigen Probleme oft vor der ersten unbezahlten Rechnung an.

Warum deutsche Unternehmen mit ARROWS arbeiten

Ein Team führt Ihren Fall vom ersten Schreiben bis zur letzten Krone: Forderungsprüfung, konforme Zahlungsaufforderung, Verhandlung, Gerichtsverfahren, Vollstreckung über bewährte Exekutoren und, wo nötig, Vertretung im Insolvenzverfahren. Zur Prüfung gehört die Vermögenslage des Schuldners — und ist eine Beitreibung unrealistisch, sagen wir es Ihnen, bevor Sie Geld hineinstecken.

ARROWS ist eine tschechische Kanzlei mit Sitz in Prag. Wir betreuen Sie auf Deutsch und Englisch [OVĚŘIT: potvrdit německy mluvící kapacitu]. Unsere Anwälte begleiten mehr als 150 Aktiengesellschaften und 250 Gesellschaften mit beschränkter Haftung; das über zehn Jahre aufgebaute Netzwerk ARROWS International arbeitet in 90 Ländern. Über 2 000 Mandanten vertrauen uns; 2024 wurde ARROWS als Kanzlei des Jahres ausgezeichnet. Die vollständige englische Fassung dieses Leitfadens finden Sie hier.

Schuldet Ihnen ein tschechisches Unternehmen Geld? Schreiben Sie an consultation@arws.cz. Senden Sie Vertrag, Rechnungen und Korrespondenz — wir sagen Ihnen binnen weniger Tage, was Ihre Forderung wert ist, was die Durchsetzung kostet und wie lange sie dauert.

Häufige Fragen

1. Wie lange dauert der Forderungseinzug in Tschechien?

Legt der Schuldner keinen Widerspruch gegen den Zahlungsbefehl ein, liegt ein vollstreckbarer Titel typischerweise binnen Wochen bis weniger Monate vor. Ein bestrittenes Verfahren dauert in erster Instanz 1–3 Jahre, zuzüglich Berufung. Die Vollstreckung selbst hängt vom Vermögen ab — Kontenpfändungen wirken binnen Tagen, Immobilien brauchen Monate.

2. Was kostet das Verfahren, und erstattet der Schuldner die Kosten?

Die Gerichtsgebühr für eine Zahlungsklage beträgt 5 % der Forderung (zwischen 20 000 CZK und 40 Mio. CZK); der elektronische Zahlungsbefehl kostet 4 %. Anwaltskosten richten sich nach der Komplexität, die Vollstreckung addiert die Exekutorenvergütung, die der Schuldner trägt. Obsiegen Sie und haben die vorgerichtliche Zahlungsaufforderung versandt, verurteilt das Gericht den Schuldner zur Kostenerstattung nach gesetzlichen Sätzen.

3. Muss ich persönlich nach Tschechien reisen?

Nein. Sie erteilen eine Vollmacht, und unsere Anwälte vertreten Sie in sämtlichen Verfahren einschließlich der Gerichtstermine. Unterlagen werden elektronisch ausgetauscht.Nein. Sie erteilen eine Vollmacht, und unsere Anwälte vertreten Sie in sämtlichen Verfahren einschließlich der Gerichtstermine. Unterlagen werden elektronisch ausgetauscht.

4. Ist mein deutsches Urteil gegen einen tschechischen Schuldner vollstreckbar?

Ja. Urteile aus EU-Mitgliedstaaten sind unmittelbar vollstreckbar — ohne Anerkennungsverfahren, allein mit der Bescheinigung nach Artikel 53 Ihres deutschen Gerichts. Auch ein rechtskräftiger Vollstreckungsbescheid aus dem deutschen Mahnverfahren ist ein solcher Titel. Die tschechische Seite der Vollstreckung übernehmen wir.

5. Welche Unterlagen benötigen Sie für den Start?

Vertrag oder Bestellung, Rechnungen, Liefer- oder Leistungsnachweise und jede Korrespondenz, in der der Schuldner auf die Forderung reagiert. Ein schriftliches Schuldanerkenntnis, falls vorhanden, verkürzt alles.

6. Was, wenn der Schuldner vermögenslos ist?

Wir prüfen, bevor wir handeln: Insolvenzhistorie, laufende Vollstreckungen, Immobilien, Forderungen und Beteiligungen. Ist die realistische Quote null, lautet der ehrliche Rat, nicht zu klagen — und wir geben ihn. Manchmal ist ein Insolvenzantrag oder seine glaubwürdige Androhung das, was am Ende die Zahlung auslöst.

7. Was, wenn der Schuldner die Rechnung bestreitet?

Dann übersteht kein Zahlungsbefehl das Verfahren, und die Sache wird streitig verhandelt — es entscheiden die Urkunden. Die Ökonomie spricht weiter für den gut vorbereiteten Gläubiger: Die gesetzlichen Zinsen laufen weiter, und der Schuldner riskiert, bei Unterliegen Ihre Kosten zusätzlich zu den eigenen zu tragen. Genau das bringt ernsthafte Vergleichsangebote hervor.

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Rechtsgrundlagen und offizielle Quellen

Tschechische Gesetze sind nur auf Tschechisch verbindlich; die Links führen zu konsolidierten tschechischen Fassungen. EU-Rechtsakte sind auf Deutsch verfügbar.


Die Informationen in diesem Artikel dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung und geben den Stand des Jahres 2026 wieder. Trotz größter Sorgfalt können sich Rechtsvorschriften und ihre Auslegung ändern. Wir sind die Anwaltskanzlei ARROWS, Mitglied der Tschechischen Rechtsanwaltskammer (unserer Aufsichtsbehörde); zur maximalen Sicherheit unserer Mandanten sind wir mit einer Deckungssumme von 400 000 000 CZK berufshaftpflichtversichert. Zur Prüfung der aktuellen Rechtslage und ihrer Anwendung auf Ihren konkreten Fall wenden Sie sich bitte direkt an ARROWS (consultation@arws.cz). Für Schäden aus der eigenständigen Verwendung dieser Informationen ohne vorherige individuelle Rechtsberatung übernehmen wir keine Haftung.

Autor článku:

Mgr. Vojtěch Sucharda
Mgr. Vojtěch Sucharda

Advokát, partner

Managing Partner ARROWS International | Head of Legal Practice Group ETL Global. Vojtěch Sucharda je uznávaným expertem na mezinárodní strategické poradenství a mezinárodní právo. Jeho profesní dráha je definována schopností propojovat český byznys s globálními trhy – během své praxe úspěšně realizoval právní projekty a koordinoval spolupráci ve více než 70 zemích světa.