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Wann hafte ich als Geschäftsführer einer s.r.o. für die Schulden der Gesellschaft

JUDr. Ondřej Stehlík, LL.M., MBA
Veröffentlicht:Aktualisiert:

Ein Geschäftsführer einer s.r.o. (tschechische Gesellschaft mit beschränkter Haftung) haftet für die Schulden der Firma in der Regel nicht persönlich, eine Verantwortung kann jedoch entstehen, wenn er gegen die Sorgfaltspflicht eines ordentlichen Kaufmanns oder andere gesetzliche Pflichten verstößt. Ersetzt er den entstandenen Schaden der Gesellschaft nicht und kann der Gläubiger die Erfüllung nicht von der Firma erlangen, kann er bis zur Höhe des nicht ersetzten Schadens haften. Der Artikel erklärt außerdem das unternehmerische Ermessen, Steuerschulden nach tschechischem Recht sowie die Pflicht, eine Insolvenz rechtzeitig zu lösen.

Auf dem Bild sehen Sie Anwälte, die Geschäftsführer von s.r.o.-Gesellschaften zur Haftung für Schulden beraten.

Zusammenfassung

  • Die Haftung der s.r.o. ist beschränkt, doch der Geschäftsführer kann persönlich haften. Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung haftet für ihre Schulden grundsätzlich nur mit ihrem eigenen Vermögen, der Geschäftsführer trägt jedoch persönliche Verantwortung, wenn er seine gesetzlichen Pflichten verletzt und dadurch die Gesellschaft oder die Gläubiger schädigt.
  • Der Geschäftsführer muss mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns handeln. Dieser zentrale Verhaltensstandard, verankert in § 159 Abs. 1 des tschechischen Bürgerlichen Gesetzbuchs, verlangt die notwendige Loyalität, Kenntnisse und Sorgfalt bei der Ausübung des Amtes.
  • Die Sorgfaltspflicht bedeutet informierte und loyale Entscheidungsfindung. Der Geschäftsführer ist verpflichtet, verantwortungsbewusst zu handeln, alle verfügbaren Informationen zu nutzen, Risiken und Vorteile abzuwägen und stets die Interessen der Gesellschaft über seine eigenen zu stellen.
  • Die Regel des unternehmerischen Ermessens schützt den Geschäftsführer vor Haftung. Hat der Geschäftsführer auf Grundlage vernünftigerweise verfügbarer Informationen, in gutem Glauben und im vertretbaren Interesse der Gesellschaft gehandelt, kann ihm nach § 51 ZOK ein entstandener Schaden nicht zur Last gelegt werden.

Stehen Sie vor einer ähnlichen Situation?

Wenn der Geschäftsführer versagt: ein Szenario aus der Praxis

Der Standardfall: Eine s.r.o. haftet als eigenständige juristische Person für ihre Schulden nur mit ihrem eigenen Vermögen. Geschäftsführer und Gesellschafter haften grundsätzlich nicht mit ihrem Privatvermögen für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft. Dies ist das Grundprinzip der beschränkten Haftung, dank dessen die Rechtsform der s.r.o. so beliebt ist. Es gibt jedoch Ausnahmen, die einen Missbrauch dieses Vorteils verhindern sollen – insbesondere wenn der Geschäftsführer seinen gesetzlichen Pflichten nicht nachkommt und dadurch die Gesellschaft oder die Gläubiger schädigt.

Die Sorgfaltspflicht eines ordentlichen Kaufmanns

Ein Schlüsselbegriff der tschechischen Gesetzgebung in diesem Bereich ist die „Sorgfaltspflicht eines ordentlichen Kaufmanns“ (péče řádného hospodáře). Vereinfacht gesagt handelt es sich um einen Verhaltensstandard, den jeder Geschäftsführer einhalten muss. § 159 Abs. 1 des tschechischen Bürgerlichen Gesetzbuchs (Gesetz Nr. 89/2012 Slg., im Folgenden „BGB“) bestimmt ausdrücklich, dass „wer das Amt eines Mitglieds eines gewählten Organs annimmt, sich verpflichtet, es mit der notwendigen Loyalität sowie mit den erforderlichen Kenntnissen und mit Sorgfalt auszuüben“.

Das bedeutet, dass der Geschäftsführer verpflichtet ist, verantwortungsbewusst, informiert und im besten Interesse der Gesellschaft zu handeln. Er muss bei seinen Entscheidungen alle verfügbaren Informationen nutzen, Risiken und Vorteile abwägen, der Gesellschaft gegenüber loyal sein und seine persönlichen Interessen nicht über die der Firma stellen.

Diese Pflicht ist auch im tschechischen Gesetz über Handelsgesellschaften und Genossenschaften (Gesetz Nr. 90/2012 Slg., im Folgenden „ZOK“) verankert – die sogenannte Regel des unternehmerischen Ermessens in § 51 ZOK präzisiert, dass einem Geschäftsführer der entstandene Schaden nicht zur Last gelegt werden kann, wenn er auf Grundlage vernünftigerweise verfügbarer Informationen, in gutem Glauben und im vertretbaren Interesse der Gesellschaft gehandelt hat.

Was aber, wenn der Geschäftsführer die Sorgfaltspflicht verletzt? Dann trägt er die rechtliche Verantwortung für den dadurch der Gesellschaft entstandenen Schaden. Nach dem Gesetz muss der Geschäftsführer der Gesellschaft den Schaden ersetzen, den er ihr durch sein rechtswidriges Handeln verursacht hat. Ersetzt er diesen Schaden zudem nicht, kommt die sogenannte Haftung des Geschäftsführers gegenüber den Gläubigern ins Spiel.

§ 159 Abs. 3 des tschechischen BGB besagt, dass ein Mitglied des Statutarorgans (Geschäftsführer), das den der Gesellschaft verursachten Schaden nicht bezahlt hat, obwohl es dazu verpflichtet war, „gegenüber dem Gläubiger der juristischen Person für deren Schuld in dem Umfang haftet, in dem der Schaden nicht ersetzt wurde, sofern der Gläubiger die Erfüllung von der juristischen Person nicht erlangen kann“. Mit anderen Worten: Wenn Sie durch Ihre Pflichtverletzung die Firma in eine Situation bringen, in der sie ihre Schulden nicht mehr bedienen kann, und Sie den der Firma entstandenen Schaden nicht wiedergutgemacht haben, können die Gläubiger diesen direkt von Ihnen einfordern.

Diese Haftung betrifft eben jenen nicht ersetzten Schaden, den Sie der Gesellschaft zugefügt haben – die Höhe der persönlichen Haftung ist also durch die Höhe dieses Schadens begrenzt. Sobald Sie den Schaden der Gesellschaft ersetzen, erlischt die Haftung gegenüber den Gläubigern, da Sie damit Ihrer Pflicht nachkommen und die Gläubiger keinen Grund mehr haben, Ersatz von Ihnen zu verlangen.

Beispiel einer Verletzung der Sorgfaltspflicht: Ein nachlässiges Verhalten des Geschäftsführers in einer kritischen Situation kann als Pflichtverletzung gewertet werden. Zum Beispiel wissen Sie, dass Ihre Gesellschaft zahlungsunfähig ist, und dennoch kümmern Sie sich weder um eine Restrukturierung der Schulden noch verhandeln Sie mit den Gläubigern. Stattdessen schieben Sie die Probleme vor sich her und lassen zu, dass die Verbindlichkeiten weiterhin nicht bedient werden. Ein solches Verhalten (bzw. Untätigkeit) erfüllt die Merkmale einer Verletzung der Sorgfaltspflicht – der Geschäftsführer handelt nachlässig und unverantwortlich und kann dadurch den Gläubigern weiteren Schaden zufügen.

Persönliche Haftung des Geschäftsführers für Steuerschulden der Gesellschaft 

Nach dem Urteil des Obersten Verwaltungsgerichts der Tschechischen Republik (Nejvyšší správní soud) 10 Afs 4/2024-38 tritt diese ein, wenn der Geschäftsführer gegen die Pflicht verstößt, mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns zu handeln, und dadurch der Gesellschaft einen Schaden verursacht, infolgedessen die Firma eine Steuerrückstand nicht begleichen kann. Entscheidend ist, dass der Schaden nicht die nicht gezahlte Steuer selbst ist, sondern beispielsweise die Entziehung von Firmenvermögen durch nachteilige Transaktionen oder die Auszahlung eigener Vergütungen trotz bekannter Schulden. Das Finanzamt ist berechtigt, diese Verantwortlichkeit eigenständig zu beurteilen, ohne gerichtliche Entscheidung, und kann den Geschäftsführer direkt zur Zahlung des Steuerrückstands auffordern.

Der Einwand der Verjährung muss dem Geschäftsführer nicht helfen – wäre seine Geltendmachung mit den guten Sitten unvereinbar (z. B. bei vorsätzlicher Schädigung der Gesellschaft), muss die Finanzbehörde ihn nicht berücksichtigen. Geschäftsführern droht daher ein reales Risiko der Vollstreckung von Steuerschulden aus ihrem persönlichen Vermögen, wenn sie nicht umsichtig und im Interesse der Firma handeln. Prävention, transparente Entscheidungsfindung und eine rechtzeitige rechtliche Beratung sind entscheidend. 

Pflicht zur rechtzeitigen Stellung eines Insolvenzantrags

Damit eng verbunden ist die Pflicht, bei Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft einen Insolvenzantrag zu stellen. Der Geschäftsführer (als Statutarorgan des Schuldners) ist gesetzlich verpflichtet, ohne unnötigen Aufschub einen Insolvenzantrag zu stellen, sobald er feststellt (oder bei gebotener Sorgfalt hätte feststellen müssen), dass sich die Gesellschaft in der Insolvenz befindet (§ 98 des tschechischen Insolvenzgesetzes, Gesetz Nr. 182/2006 Slg., im Folgenden „InsG“).

Unter Insolvenz versteht man die Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung der Gesellschaft. Vernachlässigt der Geschäftsführer diese Pflicht, setzt er sich einem weiteren Risiko der persönlichen Haftung aus. Das Gesetz bestimmt ausdrücklich, dass das Statutarorgan den Gläubigern für den durch verspätete Stellung des Insolvenzantrags verursachten Schaden haftet.

Der Schaden wird in diesem Fall etwa als Differenz zwischen dem beurteilt, was der Gläubiger hätte erhalten können, wenn der Antrag rechtzeitig gestellt worden wäre, und dem, was er tatsächlich im später durchgeführten Insolvenzverfahren erhalten hat. Anders gesagt: Je länger Sie als Geschäftsführer die Lösung der Insolvenz hinauszögern, desto größer kann der Verlust der Gläubiger sein – und genau diesen können sie dann von Ihnen einfordern.

Häufigste Fragen zur Verantwortlichkeit des Geschäftsführers

1. Wann muss der Geschäftsführer einen Insolvenzantrag stellen?

Ohne unnötigen Aufschub, nachdem er von der Insolvenz der Gesellschaft erfahren hat oder bei gebotener Sorgfalt hätte erfahren müssen (§ 98 Abs. 1 und 2).

2. Wofür haftet ein Geschäftsführer, der nicht rechtzeitig einen Insolvenzantrag stellt?

Er haftet dem Gläubiger für den Schaden, der in der Differenz zwischen der festgestellten Höhe seiner angemeldeten Forderung und dem Betrag besteht, den er im Insolvenzverfahren erhalten hat. Von der Haftung wird er nur befreit, wenn er nachweist, dass die Pflichtverletzung keinen Einfluss auf die Höhe des zur Befriedigung der Forderung bestimmten Betrags hatte oder dass er die Pflicht aufgrund von Umständen nicht erfüllt hat, die von seinem Willen unabhängig waren (§ 99).

3. Gilt die Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrags auch während eines Moratoriums?

Nein. Für die Dauer der Wirkungen eines allgemeinen Moratoriums nach dem Gesetz über die präventive Restrukturierung findet die Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrags keine Anwendung (§ 98 Abs. 4).
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Wie man das Risiko der Geschäftsführerhaftung minimiert – praktische Ratschläge

Die gute Nachricht ist, dass sich das Risiko der persönlichen Haftung des Geschäftsführers weitgehend ausschließen lässt. Der Schlüssel liegt in einem präventiven und verantwortungsbewussten Vorgehen. Im Folgenden nennen wir konkrete Maßnahmen und Grundsätze, die jeder Geschäftsführer beachten sollte:

  • Handeln Sie mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns: Dies ist keine bloße juristische Floskel, sondern ein täglicher Entscheidungsgrundsatz. In der Praxis bedeutet das, gut informiert zu sein (einen Überblick über die finanzielle Lage der Firma zu haben, regelmäßig die Buchhaltungsunterlagen zu lesen, wichtige Entscheidungen zu konsultieren), umsichtig zu handeln (Risiken von Verträgen, Investitionen und Geschäften abzuwägen) und loyal zu sein (nicht die eigenen Interessen oder die Dritter zulasten der Gesellschaft zu bevorzugen). Sind Sie sich nicht sicher, ob eine bestimmte Entscheidung im besten Interesse der Firma liegt, besprechen Sie sie besser mit Kollegen oder einem Rechtsberater. Bewahren Sie zudem stets schriftliche Aufzeichnungen zu grundlegenden Entscheidungen und Unterlagen auf – im Streitfall kann dies als Beweis dienen, dass Sie informiert und überlegt gehandelt haben.

  • Behalten Sie die finanzielle Gesundheit der Gesellschaft im Blick: Der Geschäftsführer sollte die finanzielle Lage der Firma wie seine eigene Westentasche kennen. Beobachten Sie regelmäßig Liquiditäts-, Verschuldungs- und Rentabilitätskennzahlen. Die rechtzeitige Erkennung von Problemen (z. B. dass die liquiden Mittel für Auszahlungen knapp werden oder überfällige Verbindlichkeiten wachsen) gibt Ihnen die Möglichkeit, zu handeln, bevor es zu spät ist. Zur Sorgfaltspflicht eines ordentlichen Kaufmanns gehört auch eine ordnungsgemäße Buchführung – eine korrekt geführte Buchhaltung ist die Grundlage für verantwortungsvolle Unternehmensführung und schützt Sie vor dem Vorwurf, von den Problemen „nichts gewusst“ zu haben. Verstehen Sie die Buchhaltung nicht im Detail, sorgen Sie für einen zuverlässigen Buchhalter und verlangen Sie von ihm regelmäßige Berichte.

  • Gehen Sie Probleme aktiv an und schieben Sie sie nicht auf: Gerät die Firma in eine Krise, verschließen Sie nicht die Augen davor. Ein häufiger Fehler ist gerade Passivität – sobald Probleme auftreten, hoffen manche Geschäftsführer, dass „es sich schon irgendwie regelt“. Handeln Sie stattdessen sofort: Beginnen Sie Verhandlungen mit den Gläubigern über Ratenzahlungspläne, suchen Sie neue Investitionen, erwägen Sie eine Restrukturierung der Kosten. Damit können Sie eine Insolvenz abwenden oder zumindest die entstehenden Schäden verringern. Sehen Sie, dass die Situation auf eine Insolvenz zusteuert und es kein Entrinnen gibt, bereiten Sie sich rechtzeitig auf die Stellung des Insolvenzantrags vor. Denken Sie daran, dass eine verspätete Antragstellung das Risiko deutlich erhöht, dass die Gläubiger gerade von Ihnen Schadensersatz verlangen. Stellen Sie den Insolvenzantrag rechtzeitig, erfüllen Sie damit Ihre Pflicht und minimieren die persönlichen Folgen.

  • Beachten Sie Gesetze und interne Regeln: Neben der Insolvenzantragspflicht gibt es eine Reihe weiterer Rechtsvorschriften, die Sie als Geschäftsführer einhalten müssen – von Steuergesetzen über Gesetze zum Schutz der Arbeitnehmer bis hin zu Pflichten gegenüber dem tschechischen Handelsregister (obchodní rejstřík). Ein Verstoß gegen das Gesetz oder auch gegen die Satzung der Gesellschaft kann zu einem Schaden und in der Folge zur Haftung führen. So ist es beispielsweise unzulässig, Vermögen der Firma an andere Personen abzuziehen, einzelne Gläubiger kurz vor der Insolvenz zulasten anderer zu bevorzugen oder Verträge abzuschließen, von denen Sie wissen, dass die Firma sie nicht erfüllen kann. Vermeiden Sie jedes Verhalten, das nach Betrug oder gezieltem Vorgehen zulasten der Gläubiger aussieht – solche Schritte können nicht nur zu zivilrechtlicher Haftung, sondern auch zu strafrechtlicher Verfolgung führen. Im Zweifelsfall konsultieren Sie einen Anwalt, ob das geplante Vorgehen legal und unbedenklich ist.

  • Kommunizieren Sie mit Fachleuten und lassen Sie sich beraten: Niemand ist als Meister vom Himmel gefallen, und sowohl das Recht als auch das unternehmerische Umfeld verändern sich ständig. Auch erfahrene Geschäftsführer können eine Gesetzesänderung übersehen oder ein bestimmtes Risiko unterschätzen. Daher ist es angebracht, sich regelmäßig beraten zu lassen. Halten Sie Kontakt zu Rechtsberatern, Steuerberatern oder Wirtschaftsprüfern, insbesondere bei grundlegenden Entscheidungen oder beim Verdacht auf Probleme. Ein Anwalt hilft Ihnen beispielsweise zu beurteilen, ob bereits die Voraussetzungen einer Insolvenz vorliegen, oder unterstützt Sie dabei, eine informierte Entscheidung im Einklang mit der Sorgfaltspflicht eines ordentlichen Kaufmanns zu treffen, ein Steuerberater weist auf steuerliche Risiken hin (z. B. Haftung für die Mehrwertsteuer), ein Wirtschaftsprüfer prüft die Buchhaltung. Regelmäßige Konsultationen helfen Ihnen, Fehler zu vermeiden, und belegen zugleich, dass Sie Ihr Amt verantwortungsvoll wahrnehmen (was hilfreich ist, falls Ihre Sorgfaltspflicht einmal beurteilt werden sollte).

  • Erwägen Sie eine Geschäftsführerhaftpflichtversicherung (D&O): Auf dem Markt gibt es eine spezielle Versicherung für Mitglieder von Gesellschaftsorganen, bekannt als Directors & Officers Liability Insurance (D&O). Diese Versicherung deckt Schäden ab, die bei der Ausübung des Geschäftsführeramts entstehen, und kann Sie schützen, falls finanzielle Ansprüche aufgrund Ihrer Entscheidungen gegen Sie geltend gemacht werden. Vereinfacht gesagt schützt sie Ihr persönliches Vermögen für den Fall, dass Sie als Geschäftsführer Schulden oder Schäden begleichen müssten. Eine D&O-Versicherung ersetzt zwar kein verantwortungsvolles Handeln (und deckt keine vorsätzlichen rechtswidrigen Handlungen), kann aber in unvorhergesehenen Situationen ein letztes Sicherheitsnetz sein. Erwägen Sie den Abschluss einer solchen Police, insbesondere wenn Sie eine Firma mit hohen Umsätzen oder ein risikoreiches Geschäft führen.

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Fazit: Prävention und rechtzeitiger Rat sind der Schlüssel

Als Geschäftsführer einer s.r.o. sind Sie hinsichtlich der Schulden Ihrer Gesellschaft nicht vollständig „aus dem Schneider“. Die Haftung des Geschäftsführers stellt einen Mechanismus dar, um sicherzustellen, dass das Management der Firma die Folgen trägt, wenn es durch Fahrlässigkeit oder vorsätzliches Fehlverhalten den Gläubigern einen Schaden zufügt. Zum Glück lassen sich solche Situationen fast immer vermeiden, wenn Sie auf Ihre Pflichten achten und proaktiv sowie umsichtig handeln. Führen Sie die Firma aktiv und transparent, behalten Sie einen Überblick über ihren Zustand und scheuen Sie sich nicht, um Hilfe zu bitten – sei es von Kollegen oder von Fachleuten.

Sind Sie sich nicht sicher, ob Sie alle Pflichten korrekt erfüllen, oder stehen Sie vor einer schwierigen Situation (drohende Insolvenz, Rechtsstreit usw.), zögern Sie nicht, sich von einem Anwalt beraten zu lassen. Unsere Anwaltskanzlei ist bereit, Ihnen zu helfen, rechtliche Risiken zu erkennen, ein geeignetes Vorgehen vorzuschlagen oder eine Lösung für ein Krisenszenario zu entwickeln. Eine rechtzeitige Beratung kann Ihnen Geld und jahrelange Sorgen ersparen.

Schützen Sie sich selbst und Ihre Firma, indem Sie umsichtig handeln – und wenden Sie sich bei Bedarf an Fachleute, die Ihnen helfen, Ihr Schiff im Sturm auf dem richtigen Kurs zu halten. Ihr Unternehmen verdient Erfolg, und Sie verdienen einen ruhigen Schlaf ohne die Drohung einer persönlichen Haftung für die Schulden der Gesellschaft.

Häufigste Fragen zur Haftung des Geschäftsführers für Schulden der s.r.o.

1. Was bedeutet die Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns?

Ein Mitglied eines gewählten Organs übt sein Amt mit der notwendigen Loyalität sowie mit den erforderlichen Kenntnissen und mit Sorgfalt aus. Fahrlässig handelt, wer zu dieser Sorgfalt nicht fähig ist, obwohl er dies bei der Annahme des Amtes oder bei dessen Ausübung feststellen musste, und daraus für sich keine Konsequenzen zieht (§ 159 Abs. 1 BGB).

2. Wie wird beurteilt, ob der Geschäftsführer mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns gehandelt hat?

Es wird stets die Sorgfalt berücksichtigt, die in einer vergleichbaren Situation eine andere vernünftig sorgfältige Person in der Stellung eines Mitglieds eines vergleichbaren Organs einer Handelsgesellschaft aufgewendet hätte.

3. Wer muss in einem Gerichtsverfahren die Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns nachweisen?

Die Beweislast trägt das Organmitglied, es sei denn, das Gericht entscheidet, dass dies von ihm gerechterweise nicht verlangt werden kann.

4. Was ist die Regel des unternehmerischen Ermessens?

Sorgfältig und mit den erforderlichen Kenntnissen handelt, wer bei einer unternehmerischen Entscheidung in gutem Glauben vernünftigerweise annehmen konnte, informiert und im vertretbaren Interesse der Handelsgesellschaft zu handeln. Dies gilt nicht, wenn eine solche Entscheidung nicht mit der notwendigen Loyalität getroffen wurde.

5. Kann der Geschäftsführer die Gesellschafter um eine Weisung zur Geschäftsführung ersuchen?

Ja. Ein Mitglied des Statutarorgans einer Kapitalgesellschaft kann das oberste Organ um die Erteilung einer Weisung betreffend die Geschäftsführung ersuchen. Seine Pflicht, mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns zu handeln, bleibt davon unberührt.

6. Wann haftet der Geschäftsführer gegenüber den Gläubigern der Gesellschaft?

Er haftet dem Gläubiger für die Schuld der Gesellschaft in dem Umfang, in dem er der Gesellschaft den Schaden, den er ihr durch eine Pflichtverletzung verursacht hat, nicht ersetzt hat, obwohl er dazu verpflichtet war, sofern der Gläubiger die Erfüllung von der Gesellschaft nicht erlangen kann (§ 159 Abs. 3 BGB).

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Über den Autor

JUDr. Ondřej Stehlík, LL.M., MBA
JUDr. Ondřej Stehlík, LL.M., MBA

Rechtsanwalt, Partner

JUDr. Ondřej Stehlík, LL.M., MBA, ist Partner bei ARROWS und ein auf Gesellschaftsrecht, Holdingstrukturen und Umwandlungen von Handelsgesellschaften spezialisierter Rechtsanwalt. Er unterstützt Firmeninhaber und Investoren dabei, die Eigentums- und Leitungsstruktur ihrer Gesellschaften so zu gestalten, dass sie ihren Geschäftsplänen entspricht, eine weitere Entwicklung ermöglicht und gleichzeitig zukünftigen Streitigkeiten zwischen den Gesellschaftern vorbeugt.

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