Wie Sie Geld für ein Immobilienprojekt beschaffen
– Erfahrungen der Immobilienanwälte von ARROWS
Ein Immobilienprojekt in der Tschechischen Republik lässt sich je nach Projektphase und Risiko durch eine Kombination aus Bankkredit, privatem Investor, Fonds, Crowdfunding oder Eigenkapital finanzieren. Banken verlangen üblicherweise ein solides Finanzmodell, Sicherheiten und einen Eigenanteil, häufig rund 10–30 % der Kosten. Der Artikel vergleicht die wichtigsten Finanzierungsquellen, ihre Kosten, die rechtlichen Voraussetzungen und die Auswirkungen auf die Kontrolle über das Projekt.

Zusammenfassung
Finanzierungsmöglichkeiten für Immobilienprojekte
Hier ein Überblick über die wichtigsten Möglichkeiten, Kapital für ein Immobilienprojekt zu beschaffen:
Bankkredite
Für die meisten größeren Projekte bilden Bankkredite die Grundsäule der Finanzierung. Banken bieten spezielle Kredite für Projektentwickler an, zum Beispiel Projektentwicklungskredite für den Bau oder durch die Immobilie besicherte Hypothekenkredite.
Der Vorteil der Bankfinanzierung liegt darin, dass hohe Beträge zu einem (im Vergleich zu anderen Quellen) relativ niedrigen Zinssatz erhältlich sind. Die Bank stellt jedoch strenge Anforderungen: Sie benötigen ein überzeugendes Geschäftskonzept, ein Projektbudget, eine Schätzung des künftigen Immobilienwerts und häufig auch eine gewisse Eigeninvestition (typischerweise 10–30 % der Projektkosten).
Die Bank verlangt in der Regel eine Besicherung des Kredits – etwa ein Pfandrecht am Grundstück und am im Bau befindlichen Gebäude oder eine Bürgschaft der Muttergesellschaft. Das Genehmigungsverfahren kann langwierig sein, und Banken prüfen die Projektrisiken sorgfältig (z. B. ob eine Baugenehmigung vorliegt, ob Einheiten vorverkauft sind, ob Sie Erfahrung als Projektentwickler haben usw.). Einzelheiten dazu, wie sich die einzelnen Verkaufsphasen unterscheiden, finden Sie im Artikel Kredit für Projektentwicklung: Unterschied zwischen Vorverkauf, vorvertraglicher Reservierung und Verkauf.
Vorteil: großes Finanzierungsvolumen und lange Laufzeit (z. B. Kredit auf 10–15 Jahre) zu einem angemessenen Zins.
Nachteil: aufwendige Administration, strenge Auszahlungsbedingungen (z. B. Nachweis eines bestimmten Prozentsatzes vorverkaufter Wohnungen vor Freigabe der Mittel) und geringere Flexibilität – sobald Sie sich vertraglich binden, müssen Sie die vereinbarten Bedingungen erfüllen, andernfalls droht die vorzeitige Fälligstellung des Kredits.
Private Investoren und Partner
Ein weiterer Weg ist die Einbindung privater Investoren oder strategischer Partner. Dabei kann es sich um Einzelpersonen mit freiem Kapital, Investmentgesellschaften oder sogar andere Entwicklungsunternehmen handeln, die im Austausch für eine Gewinnbeteiligung oder Miteigentum in Ihr Projekt investieren.
Eine solche Zusammenarbeit wird häufig als Joint Venture bezeichnet – Sie und der Investor bringen Kapital in das Projekt ein und teilen sich Risiken und künftige Erträge. Ein privater Investor kann Mittel in Form von Eigenkapital (Equity) oder eines Mezzanine-Kredits (eines nachrangigen Kredits mit höherem Zins, der die Bankfinanzierung ergänzt) bereitstellen.
Der Vorteil ist die größere Flexibilität – die Bedingungen werden individuell vereinbart, der Investor kann ein höheres Risiko akzeptieren als eine Bank und bringt neben Geld oft auch Erfahrung oder Kontakte mit.
Der Nachteil ist selbstverständlich, dass Sie Gewinne und in gewissem Maße auch die Kontrolle über das Projekt teilen müssen.
Entscheidend ist, alles vertraglich abzusichern – etwa durch eine Gesellschaftervereinbarung, die genau festlegt, wer was in das Projekt einbringt, wie der Gewinn verteilt wird, wie über wichtige Fragen entschieden wird und wie ein etwaiger Exit (Ausstieg des Investors aus dem Projekt) geregelt ist. Mit privaten Investoren wird in der Regel diskret verhandelt, ohne öffentliches Angebot – häufig über persönliche oder geschäftliche Kontakte. Die Gewinnung eines solchen Partners kann die Glaubwürdigkeit des Projekts auch gegenüber weiteren Finanzierern (z. B. einer Bank) erheblich steigern, weil diese sehen, dass mehrere Parteien in das Projekt investieren.
Investmentfonds und Fonds für qualifizierte Anleger
Für größere oder spezialisierte Projekte können Investmentfonds eine Lösung sein, insbesondere auf Immobilien ausgerichtete Fonds für qualifizierte Anleger (FKI). Diese Fonds sammeln Mittel von institutionellen und vermögenderen privaten Anlegern und investieren sie in verschiedene Projekte. Es kann sich um Immobilienfonds handeln, die von Investmentgesellschaften verwaltet werden und nach renditestarken Entwicklungsvorhaben suchen.
Die Finanzierung durch einen Fonds kann verschiedene Formen haben – zum Beispiel erwirbt der Fonds einen Anteil an Ihrer Projektgesellschaft (tritt also in das Eigenkapital des Projekts ein) oder stellt eine Mezzanine-Finanzierung in Form eines nachrangigen Kredits oder eines vorausbezahlten Ankaufs eines Projektteils bereit. Der Vorteil ist, dass Fonds meist über großes Kapital verfügen und auch Projekte finanzieren können, für die eine gewöhnliche Bank nicht ausreichen würde oder die sie als zu riskant einstufen würde.
Zudem bieten sie oft aufgeschobene Erträge – der Fonds kassiert seinen Gewinnanteil beispielsweise erst beim Verkauf des Projekts, sodass Sie während der Bauphase keine hohen laufenden Zinsen zahlen müssen. Nachteilig können komplexere und langwierigere Verhandlungen sowie eine gründliche Due Diligence seitens des Fonds sein. Vielleicht interessiert Sie auch, wie der rechtliche Rahmen beim Scheitern von Entwicklungsprojekten im Fall der Zahlungsunfähigkeit aussieht. Der Fonds beansprucht für sein Kapital zudem einen erheblichen Gewinnanteil und kann Einfluss auf wesentliche Entscheidungen verlangen.
Für die Zusammenarbeit mit einem Fonds ist eine detaillierte Projektpräsentation samt Finanzmodell vorzubereiten; zudem ist damit zu rechnen, dass der Fonds eine professionell erstellte Vertragsdokumentation (Rahmeninvestitionsvertrag, Aktionärsvereinbarung usw.) verlangt. Auf dem tschechischen Markt ist eine Reihe von Fonds tätig, die in Wohn- und Gewerbeimmobilien investieren – ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen erfordert ein hochwertiges Projekt und oft auch persönliche Gespräche auf hoher Ebene.
Crowdfunding (Schwarmfinanzierung)
Eine zunehmend beliebte Möglichkeit ist Crowdfunding, also die Finanzierung eines Projekts durch eine breite Öffentlichkeit über eine Internetplattform. Im Immobilienbereich setzen sich in Tschechien Plattformen durch, über die kleinere Anleger in Entwicklungsprojekte investieren können – diese legen typischerweise einige Tausend bis Zehntausende Kronen gegen eine Rendite an.
Crowdfunding kann zwei Hauptformen haben:
- Investment-Crowdfunding – Anleger erhalten eine Beteiligung am Projekt, häufig durch den Erwerb von Anleihen oder Anteilsscheinen, die speziell für das jeweilige Projekt ausgegeben werden. De facto leihen sie dem Entwickler Geld und werden Gläubiger mit Anspruch auf Zinsen oder Gewinnbeteiligung.
- Kredit-Crowdfunding (Crowdlending) – die Menge der Anleger gewährt einen Projektkredit, den der Entwickler zurückzahlt. Die Plattform strukturiert dieses Darlehen typischerweise und übernimmt die Administration.
Der Vorteil von Crowdfunding sind Schnelligkeit und Marketingeffekt. Haben Sie ein attraktives Projekt, können Sie über die Plattform Hunderte bis Tausende Kleinanleger ansprechen und das Geld innerhalb weniger Wochen oder Monate beschaffen. Sie müssen keine so strengen Kriterien erfüllen wie bei einer Bank – Kleinanleger investieren oft auf Grundlage der potenziellen Rendite und grundlegender Projektinformationen. Zugleich steigern Sie die Bekanntheit des Projekts (wer investiert, trägt es weiter).
Die Nachteile liegen in den Plattformgebühren und im begrenzten Volumen – nach geltender Rechtslage können auf diesem Weg höchstens ca. 5 Mio. EUR (ca. 120 Mio. CZK) je Projekt innerhalb von 12 Monaten eingeworben werden. Crowdfunding ist seit 2022 reguliert (tschechisches Gesetz Nr. 96/2022 Slg. zur Umsetzung der Verordnung (EU) 2020/1503); Plattformen benötigen eine Lizenz und müssen die Regeln unter Aufsicht der Tschechischen Nationalbank (ČNB) einhalten.
Für den Entwickler bedeutet dies, dass er mit einer lizenzierten Plattform zusammenarbeiten und beispielsweise ein Anlegerinformationsblatt zum Projekt erstellen muss. Auch bei dieser alternativen Finanzierung sind also rechtliche Anforderungen einzuplanen.
Crowdfunding eignet sich eher für mittelgroße Projekte oder als Ergänzung zum Bankkredit. Der Zins für Anleger liegt meist über dem Bankzins (um Anleger anzuziehen, z. B. 6–10 % jährlich) – das ist der Preis für die schnellere Mittelbeschaffung und den geringeren administrativen Aufwand im Vergleich zur Bank.
Eigenkapital
Jeder Finanzierer wird sehen wollen, dass auch der Entwickler selbst Eigenkapital in das Projekt einbringt. Ein Projekt ganz ohne eigene Mittel zu finanzieren ist praktisch unmöglich und zudem riskant. Eigenkapital kann aus Ersparnissen des Entwicklers, reinvestierten Gewinnen früherer Projekte oder etwa aus dem Verkauf einer anderen Immobilie stammen. Bei kleineren Investoren kann Eigenkapital beispielsweise auch in der Besicherung durch eine eigene Immobilie oder ein Grundstück bestehen.
Der Vorteil von Eigenkapital ist, dass es die Glaubwürdigkeit des Projekts erhöht – Sie zeigen, dass Sie selbst so sehr an den Erfolg glauben, dass Sie eigenes Geld riskieren.
Außerdem sind mit Eigenkapital keine Zinsen oder Tilgungen verbunden, sodass es die finanzielle Belastung des Projekts senkt. Ein höherer Eigenanteil führt oft zu besseren Bankkonditionen (niedrigerer Zins, Bereitschaft zur Finanzierung des Rests).
Der Nachteil liegt auf der Hand: Nicht jeder verfügt über ausreichende Mittel. Wenn Sie einen größeren Teil Ihres Vermögens in ein einziges Projekt stecken, gehen Sie ein konzentriertes Risiko ein – scheitert das Projekt, trifft das unmittelbar Ihre Finanzen. Deshalb kombinieren viele Entwickler Eigenkapital mit weiteren Quellen, um das Risiko zu streuen.
Generell gilt: Je riskanter oder weniger vorbereitet ein Projekt ist, desto höher ist der Eigenanteil, den der Finanzierer verlangt. Bei vollständig vorbereiteten Projekten mit Genehmigung und Vorverkäufen lässt sich mitunter auch über eine Finanzierung mit sehr geringem Eigenanteil verhandeln, Standard sind aber die genannten 20–30 %.
Fördermittel und öffentliche Unterstützung
Für einige Arten von Immobilienprojekten lassen sich Fördermittel oder andere Formen öffentlicher Unterstützung nutzen. Dies betrifft vor allem Projekte im öffentlichen Interesse oder mit Elementen von Innovation und Nachhaltigkeit.
Beispiele sind:
Förderung energieeffizienter Gebäude - z. B. das Programm Nová zelená úsporám, das Zuschüsse für ökologische und energiesparende Technologien im Wohnungsbau gewährt (Wärmedämmung, erneuerbare Energien usw.).
Förderung des Baus von bezahlbarem oder sozialem Wohnraum - Staat oder Gemeinden bieten gelegentlich Programme zur Förderung preisgünstiger Wohnungen an, etwa zinsgünstige Kredite des Staatlichen Fonds für Wohnungsentwicklung (Státní fond rozvoje bydlení) oder Zuschüsse für Sozialwohnungen.
Revitalisierung von Brownfields – wenn Sie als Investor ein verwahrlostes Areal oder eine industrielle Brachfläche wiederbeleben, können Sie Fördermittel aus Programmen zur Flächenregeneration erhalten (häufig aus EU-Fonds kofinanziert).
Weitere regionale oder EU-Programme – je nach aktuellen Ausschreibungen lassen sich Mittel etwa für innovative Architektur, Gründächer, Smart Cities usw. abrufen.
Der Vorteil von Fördermitteln ist, dass es sich um „billiges Geld“ handelt – Sie müssen es nicht wie einen Kredit zurückzahlen (sofern Sie die Bedingungen erfüllen). Fördermittel können in der Regel 10–40 % der Projektkosten abdecken, was die Wirtschaftlichkeit des Projekts deutlich verbessert und die Beschaffung der übrigen Finanzierung erleichtern kann (Sie zeigen der Bank oder dem Investor, dass ein Teil der Kosten gedeckt ist).
Die Nachteile und Fallstricke sind jedoch erheblich: Die Erlangung von Fördermitteln ist administrativ aufwendig, oft langwierig (das Genehmigungsverfahren dauert Monate) und unsicher. Es ist ein detaillierter Antrag vorzubereiten, zahlreiche Kriterien sind zu erfüllen, und nach der Bewilligung müssen die Bedingungen sorgfältig eingehalten werden (z. B. Nachhaltigkeit des Projekts über einen bestimmten Zeitraum, Erreichen bestimmter Energieeffizienzparameter usw.).
Die Nichteinhaltung der Bedingungen kann zur Pflicht führen, die Fördermittel zurückzuzahlen, was das Projekt finanziell ruinieren könnte. Zudem werden Fördermittel meist erst rückwirkend nach Abschluss oder im Projektverlauf ausgezahlt, sodass Sie zwischenzeitlich andere Mittel benötigen und die Förderung dann der Schuldenreduzierung oder Refinanzierung dient.
Für Entwickler ist es daher sinnvoll, Fördermöglichkeiten zu verfolgen und sich gegebenenfalls von Experten für Fördermittelberatung beraten zu lassen (z. B. verfügt ARROWS über ein eigenes Team für Fördermittel). Richtig genutzte Fördermittel können ein Projekt deutlich profitabler machen, man darf sich aber nicht auf sie als einzige Finanzierungsquelle verlassen.
Anleihen
Vor allem bei mittelgroßen Entwicklern hat sich in den letzten Jahren die Finanzierung durch Anleihen zu einem beliebten Instrument entwickelt. Der Entwickler kann (über seine Projektgesellschaft) Unternehmensanleihen ausgeben, die von Anlegern aus der Öffentlichkeit oder von Privatinvestoren gezeichnet werden.
Mit dem Kauf einer Anleihe leiht der Anleger dem Emittenten Geld, und der Emittent verpflichtet sich, Zinsen zu zahlen und zum festgelegten Termin den Nennwert der Anleihe zurückzuzahlen. Für den Entwickler ist dies ein Weg, Geld ohne Bank zu beschaffen – vorteilhaft können weniger einschränkende Bedingungen als beim Bankkredit und mitunter eine schnellere Mittelbeschaffung sein. Den Anlegern wird dafür oft ein recht attraktiver Zins (etwa 5–8 % jährlich) als Ausgleich für das eingegangene Risiko versprochen.
Die Emission von Anleihen unterliegt jedoch gesetzlichen Regeln. Für jede Anleihe müssen Anleihebedingungen erstellt werden, die die Rechte und Pflichten des Emittenten und der Anleiheinhaber festlegen (Zinshöhe, Fälligkeit, Besicherung usw.). Wollen Sie Anleihen öffentlich einem größeren Personenkreis anbieten, setzt das tschechische Recht Grenzen: Ein öffentliches Angebot ohne Prospekt (von der ČNB gebilligt) ist nur bis zu einem Emissionsvolumen von 1 Mio. EUR (ca. 25 Mio. CZK) oder bei Ansprache von höchstens 150 nicht professionellen Anlegern möglich.
Bei größerem Umfang müssen Sie einen Prospekt erstellen und von der ČNB billigen lassen – ein kostspieliges und langwieriges Verfahren, das eher für große Emissionen geeignet ist. Viele Entwickler wählen daher den Weg des Privatplatzierung (sie sprechen einen begrenzten Kreis von Anlegern an, oft Bekannte oder qualifizierte Anleger, und vermeiden öffentliche Werbung) oder teilen die Emission in kleinere Tranchen unterhalb der Grenze auf. Dies muss jedoch umsichtig und gesetzeskonform geschehen – die ČNB beaufsichtigt den Anleihemarkt aktiv und verhängt Bußgelder für die Umgehung der Regeln.
Ein weiterer Aspekt ist die Besicherung der Anleihen: Die meisten Entwickleranleihen sind unbesichert (die Anleger vertrauen im Grunde darauf, dass der Entwickler zahlungsfähig bleibt). Um das Vertrauen zu stärken, lassen sich Anleihen besichern – z. B. durch ein Pfandrecht an einer Immobilie, eine Bürgschaft einer anderen Konzerngesellschaft oder eine Bankgarantie. Besicherte Anleihen haben größere Chancen, Anleger zu gewinnen, und können einen etwas niedrigeren Zins haben; die Besicherung kostet aber zusätzlich Zeit und Geld.
Der Vorteil von Anleihen ist somit die Möglichkeit, Finanzierung auch von kleineren Anlegern zu erhalten und die Quellen zu diversifizieren.
Der Nachteil sind die Emissionskosten (Rechtsberatung, Verwaltung des Inhaberverzeichnisses, gegebenenfalls Prospekt) und die Pflicht, Zinsen unabhängig von der Wirtschaftlichkeit des Projekts zu zahlen. Verzögert sich das Projekt oder scheitert es, müssen die Anleihen dennoch zurückgezahlt werden – was bis zur Insolvenz des Unternehmens führen kann, wenn keine Mittel vorhanden sind. Diese Form der Verschuldung sollte daher nicht unterschätzt und ein vernünftiges Verschuldungsmaß möglichst nicht überschritten werden.
Alternative und ergänzende Finanzierungsformen
Neben den genannten Hauptquellen gibt es verschiedene ergänzende Finanzierungsformen, die helfen können, den Finanzierungsplan des Projekts zusammenzusetzen:
Mezzanine-Kredite - wie erwähnt, handelt es sich um nachrangige Kredite spezialisierter Investoren oder Fonds. Sie haben einen höheren Zins als ein Bankkredit, können aber den Teil der Investition abdecken, den die Bank nicht finanziert. Üblicherweise sind sie erst nach Rückzahlung der Bank fällig und können in eine Projektbeteiligung umgewandelt werden, wenn sie nicht rechtzeitig zurückgezahlt werden.
Vorverkäufe und Anzahlungen künftiger Käufer - bei Wohnprojekten verkaufen Entwickler Wohnungen oder Häuser häufig bereits vor Fertigstellung. Käufer zahlen vorab eine Reservierungsgebühr oder Anzahlung (z. B. 10–20 % des Preises). Diese Mittel können zur Baufinanzierung verwendet werden. Banken rechnen damit und verlangen mitunter einen bestimmten Prozentsatz vorverkaufter Einheiten, bevor sie die nächste Kredittranche freigeben. Anzahlungen verringern den Bedarf an anderer Finanzierung, müssen aber richtig abgesichert werden (in der Regel fließen sie auf ein anwaltliches Treuhandkonto, und der Entwickler erhält sie erst nach Erfüllung der Bedingungen – das schützt die Käufer).
Lieferantenkredit - mitunter lässt sich mit der Baufirma oder den Lieferanten vereinbaren, dass ein Teil der Zahlungen für Arbeiten und Material erst nach Projektabschluss oder nach dem Verkauf der Einheiten erfolgt. De facto finanziert der Lieferant den Bau aus eigenen Mitteln, bis er vollständig bezahlt wird. Dieses aufgeschobene Zahlungsregime entlastet den Cashflow während der Bauphase. Natürlich ist nicht jeder Lieferant dazu bereit und berechnet dafür oft einen Aufschlag, bei zuverlässigen Partnern kann dies aber eine willkommene Hilfe sein.
Verkauf eines Projektteils oder Partnerschaft mit einem größeren Entwickler - haben Sie ein Projekt in der Phase von Grundstücken und Genehmigungen, fehlt aber die Finanzierung für den eigentlichen Bau, können Sie den Verkauf des Projekts an einen größeren Investor oder eine Partnerschaft in Erwägung ziehen.
Beispielsweise verkaufen Sie einen 50%igen Projektanteil an einen starken Entwickler, der Finanzierung und Umsetzung sicherstellt, während Sie am Gewinn beteiligt sind. Sie verlieren zwar einen Teil der Kontrolle und des künftigen Gewinns, stellen aber sicher, dass das Projekt überhaupt realisiert wird, und verdienen mit geringerem Risiko.
Jedes Projekt ist einzigartig und wird oft durch eine Kombination der genannten Quellen finanziert. Ein typisches Modell kann etwa sein: 20 % Eigenkapital + 60 % Bankkredit + 20 % Mezzanine oder Vorverkäufe. Wichtig ist, die Finanzierungskosten (Zinsen, Gebühren, Gewinnanteile) und ihren Einfluss auf die Rentabilität des Projekts laufend im Blick zu behalten. Ebenso sollten Sie ein gewisses Polster für unerwartete Ausgaben oder den Ausfall einer Quelle vorhalten – die Finanzierung sollte nie auf einer einzigen Säule ohne Ausweichplan stehen.
Rechtliche Aspekte der Finanzierung von Immobilienprojekten
Die Finanzierung eines Entwicklungsvorhabens ist nicht nur eine Frage von Zahlen und Prozenten, sondern in hohem Maße auch von Recht und Verwaltung. Jede Finanzierungsform bringt eine Reihe von rechtlichen Anforderungen, Verträgen und Genehmigungen mit sich, die sicherzustellen sind. Die Unterschätzung rechtlicher Aspekte kann selbst den besten Finanzplan zunichtemachen.
Dies sind die wichtigsten rechtlichen Bereiche, auf die Sie sich konzentrieren sollten:
Vertragsdokumentation und Rechtsbeziehungen
Schon bei der Vorbereitung der Finanzierung müssen Sie bedenken, welche Verträge Sie abschließen müssen und wie Sie die Beziehungen zwischen allen Beteiligten gestalten:
Kreditverträge mit der Bank
Es handelt sich um umfangreiche Verträge, oft mit Dutzenden Seiten, in denen die Bank die Auszahlungsbedingungen, Zinsen, Tilgungen, Sicherheiten, Pflichten des Entwicklers (z. B. regelmäßige Berichte über den Baufortschritt, Versicherung des Baus, Verbot von Projektänderungen ohne Zustimmung der Bank usw.) und Sanktionen bei Verstößen detailliert regelt.
Vor der Unterzeichnung ist es entscheidend, den Vertrag gründlich zu lesen (idealerweise mit Hilfe eines Anwalts) und Änderungen unklarer oder zu strenger Bedingungen auszuhandeln. So sollten etwa sogenannte Covenants (Finanzkennzahlen, die Sie während der Kreditlaufzeit einhalten müssen) realistisch und erfüllbar sein, sonst riskieren Sie, dass die Bank den Kredit vorzeitig fällig stellt.
Verträge mit Investoren/Partnern
Finanzieren Sie das Projekt in Partnerschaft, muss vertraglich geregelt werden, wie die Zusammenarbeit funktioniert. Typischerweise wird ein Gesellschaftsvertrag einer neuen Gesellschaft (SPV) oder eine Aktionärsvereinbarung in einem bestehenden Unternehmen geschlossen, der bzw. die die Verteilung von Anteilen, Einlagen, Gewinnen und Kompetenzen beschreibt. Nützlich kann zudem ein Investorenvertrag oder eine Rahmenvereinbarung sein, in der sich der Partner verpflichtet, zu bestimmten Bedingungen Kapital bereitzustellen. Bei einem Mezzanine-Kredit schließen Sie wiederum einen Darlehensvertrag oder Kreditvertrag mit dem nachrangigen Gläubiger.
Stets ist zu bedenken, was geschieht, wenn eine Partei die Mittel nicht rechtzeitig bereitstellt, wenn es zum Streit kommt oder wenn das Projekt beendet oder verkauft werden muss – auch solche Situationen sollten die Verträge regeln (z. B. Recht des Investors, unter bestimmten Bedingungen vom Projekt zurückzutreten, Pflicht des Entwicklers, Ersatzfinanzierung zu finden usw.).
Anleihebedingungen
Bei einer Finanzierung über Anleihen sind Anleihebedingungen zwingend zu erstellen – ein Dokument, das alle Parameter der Anleihen festlegt (Emissionspreis, Nennwert, Zinssatz, Fälligkeit, Art der Zinszahlung, etwaige Besicherung, Zweck der Emission usw.). Die Anleihebedingungen sind de facto ein Vertrag zwischen dem Emittenten und jedem einzelnen Anleiheinhaber. Sie sollten präzise und im Einklang mit dem tschechischen Gesetz über Schuldverschreibungen erstellt werden.
Handelt es sich um ein öffentliches Angebot von Anleihen, ist zusätzlich ein Prospekt zu erstellen und von der ČNB billigen zu lassen (sofern es sich nicht um das erwähnte begrenzte Angebot bis 1 Mio. EUR bzw. bis 150 Anleger handelt). Bei einer Privatplatzierung ist kein Prospekt erforderlich, dennoch sind die gesetzlichen Grenzen einzuhalten und das Angebot darf nicht öffentlich verbreitet werden.
Verträge mit der Crowdfunding-Plattform und den Anlegern
Beim Crowdfunding schließen Sie einen Vertrag mit der Plattform, die die Finanzierung gegen Entgelt vermittelt. Die Plattform hat ihre Geschäftsbedingungen und ihren Vertragsrahmen, denen Sie sich unterwerfen müssen – geregelt wird etwa, wie und wann Sie das eingesammelte Geld erhalten, welche Informationen Sie den Anlegern bereitstellen müssen, was bei Projektverzug geschieht usw. Die Kleinanleger schließen dann in der Regel einen Vertrag mit der Plattform oder direkt mit Ihnen (die Plattform fungiert als Vermittlerin). Es ist sicherzustellen, dass die auf der Plattform präsentierten Informationen wahr und nicht irreführend sind – das Gesetz verlangt nun das erwähnte Anlegerinformationsblatt, das die Risiken und Bedingungen der Investition verständlich zusammenfasst. Auch hier gilt: Versprechen Sie etwas, das Sie dann nicht halten (z. B. eine überhöhte erwartete Rendite), kann dies rechtliche Folgen haben.
Kaufverträge und Vorverträge mit künftigen Käufern
Finanzieren Sie einen Teil des Projekts aus Vorverkäufen von Wohnungen oder Gewerbeeinheiten, schließen Sie mit den einzelnen Interessenten Kaufvorverträge.
Diese Verträge legen die Bedingungen des künftigen Verkaufs fest (Preis, Fertigstellungstermin, Parameter der Einheit) sowie Höhe und Fälligkeit der Anzahlungen. Rechtlich müssen sie Bestimmungen dazu enthalten, was geschieht, wenn sich das Projekt verzögert, der Käufer zurücktritt oder der Bau gar nicht zustande kommt – zum Schutz der Käufer legt das tschechische Gesetz über die Immobilienvermittlung bestimmte Pflichten fest (z. B. die erwähnte anwaltliche Treuhandverwahrung des Geldes, damit es bis zur Übertragung der Immobilie sicher ist).
Diese Vorverkaufsverträge können die Finanzierung erheblich beeinflussen, da die Bank sie sehen und ihre Qualität beurteilen will (ob die Anzahlungen ausreichend hoch und die Verträge verbindlich genug sind, damit sich Käufer nicht leicht lösen können).
Pfandverträge und andere Sicherungsdokumente
Stellen Sie Gläubigern Sicherheiten, müssen Sie dies vertraglich regeln. Typischerweise wird ein Pfandvertrag über die Immobilie zugunsten der Bank geschlossen (der dann in das Liegenschaftskataster (katastr nemovitostí) eingetragen wird, damit die Bank ein Pfandrecht erhält). In Betracht kommen auch die Verpfändung von Forderungen (z. B. künftiger Forderungen aus dem Wohnungsverkauf zugunsten der Bank), die Verpfändung des Geschäftsanteils am Unternehmen, Bürgschaftserklärungen (bei denen etwa die Muttergesellschaft des Entwicklers für den Kredit bürgt) oder Wechsel.
Alle diese Dokumente müssen die rechtlichen Erfordernisse erfüllen, andernfalls könnte die Sicherheit unwirksam sein. Erforderlich sind also etwa die notarielle Form bei Pfandrechten an Immobilien, korrekte Formulierungen bei Bürgschaften usw. Sicherungsdokumente erstellt oft der Anwalt der Bank, der Entwickler sollte sie aber von seinem eigenen Anwalt prüfen lassen – etwa damit die Bürgschaft nicht auf Vermögen übergreift, das mit dem Projekt nichts zu tun hat. Bei größeren Projekten mit mehreren Gläubigern wird zudem eine Gläubigervereinbarung (Intercreditor Agreement) geschlossen, die festlegt, wie der Sicherheitenerlös im schlimmsten Fall verteilt wird (z. B. hat die Bank Vorrang vor dem Mezzanine-Kapital, dieses vor unbesicherten Anleihen usw.). Auch diese Vereinbarung muss rechtlich sauber gestaltet sein.
Kurz gesagt: Jeder Geldfluss in das Projekt sollte durch einen Vertrag oder ein Dokument erfasst sein. Das gilt auch, wenn Sie das Projekt selbst finanzieren – Sie sollten klar entscheiden, ob Sie der Projektgesellschaft Geld als (Gesellschafter-)Darlehen oder durch Erhöhung des Stammkapitals zuführen, da dies im Fall eines Misserfolgs unterschiedliche Folgen hat (ein Darlehen ist eine Schuld, die vorrangig vor dem Eigentümer bedient wird; eine Kapitaleinlage wird nur zurückgezahlt, wenn nach der Liquidation etwas übrig bleibt).
Eine gute rechtliche Dokumentation schützt Ihre Investition, legt die Spielregeln fest und kann vielen Missverständnissen und Streitigkeiten während der Umsetzung vorbeugen.
Genehmigungen, Zustimmungen und regulatorische Anforderungen
Neben den Verträgen ist der zweite wesentliche Bereich die Beschaffung aller erforderlichen Genehmigungen und die Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen im Zusammenhang mit dem Projekt:
Baugenehmigung und zugehörige Zustimmungen
Keine Bank und kein vernünftiger Investor stellt größere Summen für ein Projekt bereit, dessen für die Umsetzung erforderliche Verwaltungsvoraussetzungen nicht gesichert sind. Für ein Entwicklungsprojekt ist eine rechtskräftige Standortentscheidung (oder ein Regulierungsplan) und vor allem eine rechtskräftige Baugenehmigung entscheidend. Die Baugenehmigung belegt, dass das Projekt legal gebaut werden darf.
Noch besser stehen Sie da, wenn Sie bereits Verträge mit den Bauunternehmen haben oder sich zumindest in der Ausschreibungsphase befinden – der Finanzierer weiß dann, dass die Umsetzung sofort beginnen kann. Zu den Genehmigungen gehören bei größeren Vorhaben beispielsweise auch die UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung, EIA), Stellungnahmen der betroffenen Behörden (Feuerwehr, Hygieneamt, Verkehrsbehörde usw.) und gegebenenfalls Zustimmungen der Eigentümer benachbarter Grundstücke (etwa wenn Leitungen über fremden Grund geführt werden müssen).
Alle diese Genehmigungen und Zustimmungen sollten vor der Inanspruchnahme des Großteils der Mittel geklärt sein – es ist sehr riskant, einen Kredit für ein Projekt aufzunehmen und erst danach herauszufinden, ob man die Genehmigung erhält. Zudem enthalten viele Verträge (vor allem mit der Bank) aufschiebende Bedingungen, wonach das Geld erst nach Vorlage der Baugenehmigung ausgezahlt wird; verzögert sich diese, müssen Sie womöglich Gebühren zahlen oder die Zeit für die Umsetzung verkürzt sich.
Kapitalmarktrechtliche Anforderungen
Beschaffen Sie Finanzierung über ein öffentliches Angebot (Anleihen, Aktien, Crowdfunding), müssen Sie regulatorische Beschränkungen beachten. Wie erwähnt, ist bei Anleihen ab einem bestimmten Umfang ein von der ČNB gebilligter Prospekt erforderlich.
Beim Crowdfunding können lizenzierte Plattformen genutzt werden, die sich um die regulatorischen Belange kümmern; dennoch müssen Sie wahrheitsgemäße Informationen liefern und die Grenze von 5 Mio. EUR je Projekt innerhalb von 12 Monaten einhalten. Wollen Sie die Öffentlichkeit direkt (außerhalb einer Plattform) mit einem Investitionsangebot ansprechen, sprechen Sie dies stets vorher mit Anwälten ab – schon eine Internetanzeige kann als öffentliches Angebot von Wertpapieren oder Anlageinstrumenten gelten und der Aufsicht der ČNB unterliegen. Sie wollen nicht in die Lage geraten, dass Ihnen die Aufsichtsbehörde mitten im Projekt die weitere Mittelbeschaffung untersagt oder ein Bußgeld verhängt.
Liegenschaftskataster und Rechtslage der Grundstücke
Vor der Auszahlung der Mittel (insbesondere durch die Bank) wird die Rechtslage der Immobilien geprüft, auf denen das Projekt steht. Die Eigentumsverhältnisse an den Grundstücken müssen geklärt sein – idealerweise sind Sie Alleineigentümer oder verfügen über ein langfristiges Baurecht bzw. einen Pachtvertrag, der die Bebauung erlaubt. Grundstücke und künftiger Bau dienen als Sicherheit und dürfen daher nicht mit unlöschbaren Lasten, Eigentumsstreitigkeiten usw. belastet sein.
Auch die Zufahrtswege müssen geregelt sein (Dienstbarkeiten für Geh- und Fahrrechte, wenn das Grundstück nicht direkt an einem öffentlichen Weg liegt). Jegliche Mängel der Rechtslage können die Finanzierung verzögern oder vereiteln – Banken führen eine rechtliche Due Diligence durch und verlangen bei Problemen deren Behebung vor der Auszahlung (z. B. Tausch eines Grundstücksteils, Löschung einer Last usw.).
Verträge mit öffentlich-rechtlichen Körperschaften
Häufig muss der Entwickler einen Vertrag mit der Gemeinde oder der Region schließen – z. B. einen Kooperationsvertrag oder einen Vertrag über einen Investitionsbeitrag zur Infrastruktur. Die Gemeinde kann die Erteilung der Baugenehmigung davon abhängig machen, dass der Investor zum Bau einer Straße, eines Kindergartens usw. beiträgt. Solche Verträge müssen rechtzeitig ausgehandelt und unterzeichnet sein, da sie eine weitere finanzielle Verpflichtung bedeuten können, die in Budget und Finanzierung einzurechnen ist (die Bank wird danach fragen).
Rechtlich ist darauf zu achten, dass ein solcher Vertrag wirksam ist – öffentliche Körperschaften unterliegen strengen Regeln, was sie unterzeichnen dürfen. Es empfiehlt sich, Entwürfe von einem Anwalt prüfen zu lassen, damit die Bedingungen fair und durchsetzbar sind.
Versicherung und Arbeitsschutz
Auch wenn es sich nicht unmittelbar um eine rechtliche Genehmigung handelt, verlangen die meisten Finanzierer, dass das Projekt ordnungsgemäß versichert ist. Das bedeutet den Abschluss einer Bauleistungs- und Montageversicherung, einer Haftpflichtversicherung usw. Diese Versicherungsverträge sollten vor Baubeginn vorbereitet sein, und häufig will die Bank als Begünstigte der Police eingetragen werden (damit im Versicherungsfall das Geld vorrangig zur Kredittilgung fließt). Die Einhaltung des Arbeitsschutzes auf der Baustelle ist eine gesetzliche Pflicht – Verstöße könnten zur Einstellung der Arbeiten führen und damit die Finanzierung gefährden, daher auch dies nicht unterschätzen.
Steuerliche Aspekte
Die Finanzierung hat auch steuerliche Auswirkungen – Kreditzinsen sind steuerlich abzugsfähige Aufwendungen (sofern die Voraussetzungen erfüllt sind), bei Eigenkapital gibt es dagegen keinen abzugsfähigen Zins. Bei komplexeren Strukturen (Fonds, ausländische Investoren) ist mit Steuerberatern zu klären, ob etwa Quellensteuer auf Zinsen einzubehalten ist oder ob die Investition aus Sicht der Mehrwertsteuer besser als Darlehen oder Einlage zu strukturieren ist usw. Diese Aspekte sind zwar keine „Genehmigungen“, sollten aber rechtlich und steuerlich erfasst sein, damit die Finanzierung effizient und gesetzeskonform ist.
Zusammengefasst müssen Sie rechtlich reinen Tisch haben – alle Genehmigungen für das Projekt, geklärte Eigentums- und Nutzungsverhältnisse an den Grundstücken sowie sämtliche Geldflüsse und Verpflichtungen vertraglich abgesichert. Die rechtliche Vorbereitung vor der Auszahlung mag langwierig erscheinen, verhindert aber spätere Krisen. Ein kluger Investor oder Entwickler bindet daher von Anfang an auf Immobilien spezialisierte Anwälte ein, um potenzielle Probleme rechtzeitig aufzudecken und zu lösen.
ARROWS Rechtsanwaltskanzlei – Immobilienteam
Finanzierungsrisiken und wie man ihnen vorbeugt
Jede Projektfinanzierung birgt gewisse Risiken. Aufgabe eines guten Entwicklers/Investors ist es, diese Risiken zu identifizieren und ihnen aktiv vorzubeugen oder sie zumindest zu mindern. Hier die häufigsten Risiken bei der Finanzierung von Immobilienprojekten und Tipps, wie Sie sich dagegen absichern:
Finanzielles Risiko (Überschuldung und Liquidität)
Nimmt ein Projekt zu viele Schulden auf oder wählt eine ungeeignete Finanzierungsstruktur, kann es in Rückzahlungsschwierigkeiten geraten. Ein typisches finanzielles Risiko ist, dass Sie die Kreditbedingungen nicht erfüllen (z. B. Wohnungen nicht rechtzeitig verkaufen und die Zinsen nicht bedienen können) oder dass die Zinssätze steigen und sich der Kredit drastisch verteuert. Es kann auch passieren, dass das Geld vor Fertigstellung ausgeht – etwa wegen unerwarteter Mehrkosten.
Vorbeugung: Planen Sie konservativ – kalkulieren Sie Budgetreserven (z. B. +10 % für unvorhergesehene Kosten) und zeitliche Puffer ein. Leihen Sie sich nicht den gesamten Betrag „auf Kante“, sondern halten Sie eine Reservequelle vor (zusätzliche Eigenmittel, Möglichkeit, nachträglich einen Investor hinzuzuziehen usw.). Erwägen Sie eine Zinsabsicherung – in Niedrigzinsphasen kann eine Zinsbindung für die Bauzeit sinnvoll sein, um stabile Kosten zu sichern. Planen Sie den Cashflow des Projekts sorgfältig – wann Einnahmen aus Verkäufen eingehen und wann Sie Kredit oder Lieferanten bezahlen müssen. Stellen Sie fest, dass in einem bestimmten Zeitraum Liquidität fehlen wird, lösen Sie dies im Voraus (z. B. durch eine kurzfristige Überbrückung, Stundung von Raten nach Absprache mit der Bank usw.).
Und vor allem – verschweigen Sie Probleme nicht gegenüber Ihren Finanzierungspartnern. Sehen Sie, dass ein Problem mit einer Rate droht, kommunizieren Sie es rechtzeitig und suchen Sie gemeinsam nach Lösungen. Die meisten Gläubiger schätzen ein proaktives Vorgehen und zeigen sich entgegenkommender, als wenn Sie sie vor vollendete Tatsachen stellen, dass „kein Geld da ist“.
Marktrisiko
Immobilien unterliegen Marktschwankungen. Es kann eine Rezession kommen, die Nachfrage sinken, das Angebot konkurrierender Projekte steigen oder sich die Kundenpräferenzen ändern. Das kann bedeuten, dass sich geplante Verkäufe verlangsamen oder Sie Preise bzw. Mieten senken müssen. Damit sinken die Einnahmen, aus denen Sie die Finanzierung bedienen wollten.
Vorbeugung: Eine gründliche Marktanalyse vor dem Projekt ist die Grundlage – wie hoch ist die Nachfrage, welche Preise sind realistisch erzielbar, wer ist die Konkurrenz. Bauen Sie nie rein „auf Spekulation“, dass es sich schon irgendwie verkaufen wird.
Ideal sind vorläufige Reservierungen oder bekundetes Interesse von Käufern/Mietern, noch bevor die Investitionsentscheidung fällt. Diversifizieren Sie auch innerhalb des Projekts – bauen Sie etwa nicht nur Luxuswohnungen, sondern versuchen Sie einen Größenmix, damit der Interessentenkreis breiter ist.
Halten Sie einen Plan B bereit: Was, wenn Sie nicht alle Wohnungen verkaufen? – Können Sie sie vermieten und auf einen besseren Verkaufszeitpunkt warten? Was, wenn sich nicht genügend Mieter für das Bürogebäude finden? – Haben Sie Kapital für einen längeren Atem oder die Möglichkeit, das Gebäude als Ganzes an einen institutionellen Investor zu verkaufen?
Das Marktrisiko abzusichern ist schwierig, hilfreich sind aber eine vorsichtige Finanzierung (lieber weniger leihen und eine geringere Schuld haben, die Sie auch bei schwächerem Absatz tragen können) und Versicherungen – es gibt z. B. Versicherungen gegen Mietausfälle usw., die zwar keine Marktschwankung abdecken, aber deren Folgen abmildern.
Rechtliches Risiko
Die Unterschätzung rechtlicher Details kann zur Verschiebung oder Aufhebung der Finanzierung oder zu zusätzlichen Kosten führen.
Beispiele rechtlicher Risiken: Es stellt sich heraus, dass die Baugenehmigung wegen eines Rechtsmittels verspätet rechtskräftig wurde, obwohl Sie bereits Kreditmittel abrufen sollten – die Auszahlung stoppt, die Kosten laufen weiter. Oder jemand ficht das Eigentum am Grundstück gerichtlich an. Oder der Gewinnanteil ist im Vertrag mit dem Investor nicht eindeutig definiert, und nach Fertigstellung streiten Sie darüber, wem was zusteht.
Im Extremfall kann es zu Gerichtsverfahren kommen, die die Finanzierung erschweren (das Gericht erlässt eine einstweilige Verfügung und untersagt die Verfügung über die Immobilie usw.).
Vorbeugung: Die beste Prävention rechtlicher Risiken ist qualifizierte Rechtsberatung von Anfang an. Lassen Sie sämtliche Verträge von einem Profi prüfen, der sich im Immobilien- und Finanzbereich auskennt. Eine rechtliche Due Diligence der Grundstücke und des Projekts deckt versteckte Mängel auf (Dienstbarkeiten, Beschränkungen im Flächennutzungsplan, Risiko archäologischer Funde usw.). Vermeiden Sie in Finanzierungsverträgen unklare Formulierungen – lieber alles ausdrücklich regeln.
Sorgen Sie dafür, dass die Baugenehmigung rechtskräftig ist, bevor Sie sich zu festen Auszahlungsterminen verpflichten. Treten Sie in ein Vertragsverhältnis mit einem neuen Investor oder Fonds ein, prüfen Sie auch die Gegenseite (Ruf, Hintergrund, rechtliche Vorgeschichte). Die Prävention rechtlicher Risiken beruht schlicht auf Konsequenz und Vorsicht – lieber jetzt ein paar Stunden mehr über Verträgen verbringen, als später jahrelang vor Gericht zu streiten.
Risiko der Nichterfüllung von Finanzierungsbedingungen
Jeder Finanzierer legt bestimmte Bedingungen fest – entweder einmalige (sog. aufschiebende Bedingungen für die Auszahlung, z. B. Vorlage von Dokumenten) oder laufende (z. B. Fertigstellung eines Bauabschnitts bis zu einem Datum, Erreichen eines Vorverkaufs von X %, Einhaltung eines Verhältnisses von Schuld zu Wert unter einem bestimmten Wert usw.).
Erfüllen Sie diese Bedingungen nicht, kann dies zu Sanktionen führen: Die Bank zahlt die nächste Kredittranche nicht aus, der Investor kann vom Vertrag zurücktreten, die Crowdfunding-Plattform kann die Rückzahlung der eingesammelten Mittel an die Anleger verlangen usw. Dieses Risiko ist real – schon eine witterungsbedingte Bauverzögerung genügt, um einen Meilenstein formal zu verfehlen.
Vorbeugung: Versuchen Sie bereits bei Vertragsverhandlungen, Bedingungen so zu vereinbaren, dass sie mit Reserve erfüllbar sind. Unterschreiben Sie keine unrealistisch strengen Fristen oder Ziele in der Hoffnung, „es wird schon gutgehen“ – bestehen Sie darauf, dass der Zeitplan mögliche Verzögerungen berücksichtigt.
Halten Sie einen Aktionsplan bereit, falls eine Nichterfüllung droht: Wissen Sie etwa, dass Sie bis zu einem Datum nicht 50 % des Kredits verbauen können, weil der Lieferant in Verzug ist, informieren Sie die Bank und versuchen Sie, einen Aufschub oder eine Änderung der Bedingung auszuhandeln, bevor es zum Verstoß kommt. Bei Investoren/Fonds hilft transparente Kommunikation – meist schätzen sie es, wenn Sie offen über Probleme informieren und rechtzeitig Lösungen vorschlagen (z. B. dass Sie selbst weiteres Kapital einbringen, damit das Projekt weiterläuft). Würden Sie schweigen und die Bedingung einfach nicht erfüllen, verlieren sie das Vertrauen und reagieren womöglich hart, während sich im Einvernehmen ein Kompromiss finden lässt.
Partner- bzw. Kofinanziererrisiko
Verlassen Sie sich auf einen einzigen Schlüsselinvestor oder etwa auf einen Generalunternehmer, der mit Zahlungen wartet (Lieferantenkredit), begeben Sie sich in Abhängigkeit von einem Dritten. Es kann passieren, dass der Partner das zugesagte Geld nicht bereitstellt – z. B. gerät der Investor selbst in finanzielle Schwierigkeiten und zieht seine Zusage zurück. Oder die Beziehungen verschlechtern sich und der Partner beschließt, aus dem Projekt auszusteigen. Ein Lieferant kann mitten im Bau insolvent werden (dann zahlen Sie zwar nichts, müssen aber schnell Ersatz finden, und das Projekt verzögert sich).
Vorbeugung: Erstens wählen Sie sorgfältig aus, mit wem Sie Geschäfte machen. Prüfen Sie die finanzielle Gesundheit des Investors/Lieferanten, Referenzen und Vorgeschichte. Zweitens halten Sie stets einen Ersatzplan bereit – was tun Sie, wenn der Partner aussteigt? Haben Sie jemanden in Reserve, der ihn ersetzen könnte? In Verträge lassen sich etwa Vertragsstrafen oder Garantien aufnehmen (z. B. hinterlegt der Investor vorab einen Teil des Geldes treuhänderisch, der verfällt, wenn er ohne Grund zurücktritt).
Vom Lieferanten können Sie eine Bankgarantie für die ordnungsgemäße Fertigstellung des Werks verlangen – geht er insolvent, zahlt die Bank eine bestimmte Summe, mit der Sie einen Ersatzlieferanten beauftragen. Binden Sie keine kritische Person/Gesellschaft ein, wenn Sie keinerlei Kontrolle über deren Handeln haben – verteilen Sie das Projekt lieber auf mehrere Beteiligte, als dass einer alle Karten in der Hand hält (z. B. lieber 2–3 kleinere Investoren als einen, lieber mehrere Lieferanten für Bauabschnitte als einen für alles, wenn es sich um eine extrem große Verpflichtung handelt).
Externe Risiken (Gesetzgebung, makroökonomische Veränderungen)
Manches können Sie nicht beeinflussen – z. B. ändert der Staat die Gesetze (etwa eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Immobilien, die Wohnungen verteuert und die Nachfrage gefährdet, oder eine Einschränkung der Hypothekenverfügbarkeit für Endkäufer) oder die ČNB verschärft die Regeln für Banken (die dann weniger Kredite vergeben).
Das makroökonomische Umfeld kann sich durch Inflation, die Materialien verteuert, oder durch die geopolitische Lage verändern.
Vorbeugung: Diesen Risiken lässt sich nicht direkt vorbeugen, Sie können aber die Entwicklung beobachten und flexibel bleiben.
Verfolgen Sie Gesetzesänderungen – ein guter Anwalt oder Berater weist Sie rechtzeitig darauf hin (steht z. B. eine Novelle des tschechischen Baugesetzes (Gesetz Nr. 283/2021 Slg.) an? Was bedeutet das für Ihr Projekt?).
Rechnen Sie mit steigenden Zinsen, sichern Sie sich die Finanzierung vorher oder fixieren Sie die Zinssätze. Wissen Sie, dass die Materialpreise nach oben schießen, versuchen Sie, mit den Lieferanten einen schlüsselfertigen Festpreis zu vereinbaren (das Verteuerungsrisiko auf sie zu übertragen – sie preisen es ein, aber Sie haben Preissicherheit).
Ein gutes Werkzeug sind auch Versicherungs- und Absicherungsinstrumente – z. B. Kreditversicherung, Absicherung gegen Preissteigerungen (weniger üblich, aber es gibt Derivate zur Absicherung bestimmter Rohstoffe oder Zinsen). Das ist wiederum die Domäne von Finanzspezialisten, als Entwickler sollten Sie aber wissen, dass es solche Möglichkeiten gibt, und sich beraten lassen, wenn Sie einem großen externen Risiko ausgesetzt sind.
Der Schlüssel zum Risikomanagement ist Proaktivität. Identifizieren Sie, was schiefgehen könnte, und fragen Sie sich bei jedem wesentlichen Risiko: „Was tun wir, wenn diese Situation eintritt?“.
Ein solcher Risikomanagementplan mag Ihnen am Anfang überflüssig erscheinen (wenn alles rosig aussieht), im kritischen Moment werden Sie aber froh sein, vorbereitete Varianten zu haben. Das schätzen auch die Finanzierungspartner – sie sehen, dass Sie das Projekt auch für schlechtere Szenarien durchdacht haben, was ihr Vertrauen und ihre Bereitschaft zur Geldvergabe erhöht.
Beispiele guter und schlechter Praxis bei der Mittelbeschaffung
Theorie ist wichtig, doch nichts erklärt Erfolge und Fehler besser als konkrete Praxisbeispiele. Betrachten wir zwei Modellsituationen – eine, in der die Finanzierung vorbildlich gelang, und eine zweite mit mehreren warnenden Lehren.
Gute Praxis
Beispiel: Die Gesellschaft ABC plante den Bau eines Wohnhauses mit einem Budget von 80 Mio. CZK (ca. 3,3 Mio. EUR). Ihr Team wusste, dass für eine solche Summe Quellen kombiniert werden müssen. Zunächst brachten die Investoren (Eigentümer von ABC) Eigenkapital von 20 Mio. CZK (ca. 823.000 EUR) ein, mit dem sie das Grundstück erwarben sowie Projektdokumentation und Baugenehmigung beschafften. Mit bereits erteilter Genehmigung und teilweise finanziertem Projekt wandten sie sich an die Bank.
Die Bank sagte einen Projektentwicklungskredit über 50 Mio. CZK (ca. 2,1 Mio. EUR) zu, allerdings unter der Bedingung, dass vorab mindestens 30 % der Wohneinheiten des künftigen Hauses verkauft werden und der Kredit durch ein Pfandrecht am Grundstück und am im Bau befindlichen Gebäude besichert wird. ABC startete daher eine Marketingkampagne und erhielt bald Reservierungsverträge für ein Drittel der Wohnungen, wobei die Reservierungsgebühren der Käufer auf ein anwaltliches Treuhandkonto flossen.
Parallel verhandelte ABC mit einem weiteren Investor – dem Privatinvestor Herrn Novák, der bereit war, 10 Mio. CZK (ca. 411.500 EUR) gegen eine 20%ige Projektbeteiligung und einen Anteil am Gewinn aus dem Wohnungsverkauf zu investieren. Es wurde eine Aktionärsvereinbarung geschlossen, die festlegte, dass Herr Novák vorrangig einen Gewinn in Höhe seiner Investition + 8 % Rendite erhält und alles darüber hinaus im Verhältnis 20/80 mit ABC geteilt wird. Mit diesen gesicherten Quellen schloss ABC den Kreditvertrag mit der Bank und konnte Mittel für den Bau abrufen. Dank ausreichender Finanzierung wurde das Projekt rechtzeitig und in der geforderten Qualität fertiggestellt. Noch vor der Bauabnahme wurden auch die übrigen Wohnungen verkauft (wodurch ABC die Bankbedingungen vorzeitig erfüllte und die letzte Kredittranche abrufen konnte). Nach Fertigstellung und Verkauf aller Wohnungen zahlte das Unternehmen den Bankkredit zurück und dem Investor seinen Anteil aus.
Ergebnis: Alle Beteiligten waren zufrieden – die Bank erhielt ihr Geld mit Zinsen zurück, der Investor erzielte einen Gewinn etwas über 8 % p. a., und der Entwickler ABC verdiente ebenfalls einen ordentlichen Gewinn auf sein Kapital. Dieses Beispiel zeigt, dass die Kombination mehrerer Quellen (Eigenkapital + Bank + Investor + Vorverkäufe) zusammen mit sorgfältiger Vorbereitung (Genehmigung vorab, vertragliche Absicherung von allem) zu einer erfolgreichen Projektfinanzierung führt.
Wichtig war auch, dass ABC an die Risiken dachte – es gab eine Budgetreserve für Mehrarbeiten, der Zins wurde bei der Bank für 5 Jahre im Voraus fixiert, und im Vertrag mit dem Investor war geregelt, dass dieser, falls der Gewinn für die 8%ige Rendite nicht ausreicht, als Ersatzleistung Miteigentümer einer unverkauften Wohnung wird (was letztlich nicht nötig war, dem Investor aber Sicherheit gab). Dank dieser Schritte verlief das Projekt ohne Krisen und finanzielle Probleme.
Schlechte Praxis
Beispiel: Der Entwickler XY wollte zügig einen kleineren Bürokomplex für ca. 50 Mio. CZK realisieren, aber keine Zeit mit Bankverhandlungen oder Partnersuche verlieren. Er setzte auf eine scheinbar einfache Lösung – eigene Anleihen auszugeben und damit alles zu bezahlen. Er stellte sich vor, den Anlegern 7 % Jahreszins zu bieten, und die Anleihen würden ihm aus den Händen gerissen.
Entwickler XY unterschätzte jedoch die Vorbereitung: Er hatte noch keine Baugenehmigung (nur einen eingereichten Antrag) und begann dennoch, über das Internet und soziale Netzwerke für Investitionen in Anleihen seines Unternehmens zu werben. Innerhalb von zwei Monaten gelang es ihm tatsächlich, von rund hundert Kleinanlegern etwa 30 Mio. CZK (ca. 1,2 Mio. EUR) einzusammeln (jeder zeichnete Anleihen für einige Hunderttausend). Das gab ihm Selbstvertrauen, und er begann, die Bauarbeiten mit diesen Mitteln zu finanzieren.
Doch – die Baugenehmigung fehlte weiterhin, das Verfahren verzögerte sich wegen des Rechtsmittels eines Nachbarn. Die Zeit lief, das Geld aus den Anleihen schwand, und weitere Anleger ließen sich nicht mehr gewinnen (das Projekt geriet in den Ruf, „festzustecken“). Die ČNB registrierte zudem, dass ein öffentliches Anleiheangebot stattgefunden hatte, das womöglich die gesetzlichen Grenzen überschritt – Entwickler XY hatte öffentlich mehr als 150 Personen angesprochen und über 1 Mio. EUR eingesammelt, ohne einen Prospekt zu haben. Die Zentralbank leitete eine Untersuchung ein und konnte ein Bußgeld verhängen und das weitere Anbieten der Anleihen untersagen. Entwickler XY saß in der Falle: Er hatte nicht genug Geld zum Weiterbauen, fand wegen seines schlechten Rufs keine neuen Anleger und konnte den bestehenden Anlegern die nach einem Jahr versprochenen Zinsen nicht zahlen. Der Bau kam auf halbem Weg zum Stillstand – der unfertige Komplex begann zu verfallen, Nachbarschaftsstreitigkeiten blockierten weiterhin die Genehmigung. Schließlich musste der Entwickler Insolvenz anmelden. Die Kleinanleger blieben mit minimalen Chancen zurück, ihr Geld wiederzusehen (im Konkurs gingen sie als unbesicherte Gläubiger leer aus).
Diese unglückliche Geschichte veranschaulicht mehrere Fehler:
- Überschätzung von Anleihen – Anleihen auszugeben erscheint einfach, ohne ein tatsächlich abgesichertes Projekt ist es jedoch ein großes Glücksspiel.
- Verstoß gegen gesetzliche Vorschriften – ein öffentliches Angebot ohne Prospekt zahlt sich nicht aus, regulatorische Probleme können ein Projekt völlig entgleisen lassen.
- Fehlende Diversifizierung der Quellen – XY verließ sich auf eine einzige Geldquelle und hatte keinen Ausweichplan, als diese versiegte.
- Unterschätzung der Genehmigungen – Finanzierung und Bau ohne Baugenehmigung anzustoßen ist extrem riskant; sobald ein Problem auftritt, gerät die Finanzierung ins Stocken.
Lehre: Das Projekt stets in jeder Hinsicht vorbereiten und die Finanzierung nicht auf unrealistische Annahmen stützen.
Wie die Rechtsanwaltskanzlei ARROWS helfen kann
Die Beschaffung von Geld für ein Immobilienprojekt ist, wie gezeigt, eine komplexe Angelegenheit, die Finanzen, geschäftliche Verhandlungen und Recht umfasst. Die Rechtsanwaltskanzlei ARROWS zählt zu den führenden Experten für Immobilienrecht und Projektfinanzierung in der Tschechischen Republik. Für Entwickler und Investoren bietet sie umfassende Leistungen über den gesamten Lebenszyklus eines Projekts – von den ersten Verhandlungen bis zur Fertigstellung und zum Verkauf. Hier einige Wege, wie ARROWS Ihnen zu einer erfolgreichen Finanzierung und Umsetzung Ihres Vorhabens verhelfen kann:
Rechtliche Absicherung des Projekts
Die erfahrenen Anwälte des ARROWS-Teams prüfen Ihr Projekt rechtlich bis ins Detail. Sie helfen Ihnen sicherzustellen, dass alle für die Finanzierung erforderlichen Verträge und Dokumente in Ordnung sind. Sie erstellen oder überprüfen Kreditverträge mit der Bank, Investitionsverträge mit Partnern, Anleihebedingungen oder Verträge mit der Crowdfunding-Plattform so, dass sie Ihre Interessen schützen und ausgewogen sind.
ARROWS verfügt über Experten, die direkt auf Entwicklungsprojekte spezialisiert sind und übliche Marktbedingungen ebenso kennen wie rechtliche Fallstricke – sie können also bessere Konditionen aushandeln und riskante Formulierungen beseitigen.
Darüber hinaus kümmern sie sich um sämtliche Sicherungsinstrumente – sie erstellen Pfandverträge, Bürgschaftserklärungen, Gläubigervereinbarungen usw., damit die gesamte Finanzierung auf einem soliden rechtlichen Fundament steht. Dank professionell gestalteter Vertragsdokumentation vermeiden Sie künftige Streitigkeiten und Unklarheiten, was Sie und Ihre Finanzierungspartner zu schätzen wissen werden.
Verhandlungen mit Behörden und Genehmigungen
Die Anwälte von ARROWS unterstützen Sie auch bei der verwaltungsrechtlichen Seite des Projekts. Benötigen Sie eine Baugenehmigung oder haben Sie es mit dem Rechtsmittel eines Nachbarn zu tun?
ARROWS verfügt über umfangreiche Erfahrung mit Standort- und Baugenehmigungsverfahren, kann mit Behörden verhandeln und Ihre Interessen verteidigen. Die Kanzlei sorgt dafür, dass alle erforderlichen Genehmigungen und Zustimmungen gesetzeskonform und so schnell wie möglich erteilt werden. Stellt die Gemeinde Bedingungen (z. B. einen Investitionsvertrag über Infrastruktur), handelt ARROWS eine faire Fassung dieses Vertrags aus. Erfordert Ihr Projekt besondere Genehmigungen (z. B. Ausnahmen, UVP), können Sie sich auch hier auf ihre Expertise verlassen. Kurz gesagt: Sie übernehmen die Kommunikation mit den Behörden für Sie, damit Sie sich auf die geschäftliche Seite des Projekts konzentrieren können.
Eine schnelle und wirksame Genehmigung ist oft entscheidend dafür, ob Sie eine Finanzierung erhalten – ARROWS hilft, bürokratische Verzögerungen zu minimieren.
Verhandlungen mit Grundstückseigentümern und weiteren Parteien
Bevor ein Projekt startet, müssen oft Grundstücke erworben oder mit den bisherigen Eigentümern Ankäufe oder Dienstbarkeiten vereinbart werden. ARROWS bietet einen vollständigen Rechtsservice beim Grundstückserwerb – prüft die Rechtslage (Due Diligence), erstellt Kaufverträge oder Verträge über die Begründung dinglicher Rechte und sorgt für eine reibungslose Eintragung im Kataster. Stoßen Sie auf einen schwierigen Eigentümer oder etwa einen Mieter, der die Immobilie nicht räumen will, übernehmen die Anwälte von ARROWS die Verhandlungen, schlagen Lösungen vor (z. B. Grundstückstausch, Ersatzleistung, im Extremfall Enteignung) und bringen die Einigung zum Abschluss.
Dank ihrer Kenntnis des Immobilienmarkts kann ARROWS einschätzen, was für die Gegenseite akzeptabel ist, und einen für beide Seiten vorteilhaften Kompromiss finden. Neben Grundstückseigentümern verhandelt ARROWS regelmäßig auch mit weiteren Beteiligten – etwa mit Bauunternehmen (beim Abschluss des Werkvertrags, der sich auch auf die Finanzierung auswirkt), mit künftigen Käufern/Mietern (bei der Gestaltung von Verträgen, die auch der Bank genügen) oder mit öffentlichen Investoren (wenn Gemeinde oder Region das Projekt mitfinanzieren).
Finanzierungssicherung und Finanzberatung
ARROWS ist nicht nur eine reine Anwaltskanzlei – unter einem Dach bietet sie auch Steuer- und Finanzberatung, Fördermittelberatung und Versicherungsleistungen an. Bei der Suche nach Finanzierung können also Anwälte und Finanzberater zusammenarbeiten und für Sie die optimale Lösung finden. Sie helfen, Unterlagen für Banken und Investoren überzeugend und glaubwürdig aufzubereiten – vom Businessplan über das Finanzmodell bis zur Beschaffung erforderlicher Sachverständigengutachten oder Audits.
Dank eines breiten Kontaktnetzes kann ARROWS den Mandanten mit geeigneten Investoren oder Finanzinstituten zusammenbringen. Passt ein Projekt beispielsweise besser zu einem bestimmten Investmentfonds, kann die Kanzlei die Präsentation bei den richtigen Personen vermitteln. Ebenso berät sie, welche Förderprogramme aktuell verfügbar sind, und hilft beim Förderantrag, wodurch Sie Ihre Chancen auf „günstigeres Geld“ erhöhen.
Der Vorteil ist, dass ARROWS die rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Zusammenhänge der Finanzierung beurteilen und eine insgesamt sinnvolle Struktur vorschlagen kann. Wissen Sie also nicht, ob es für Sie besser ist, Anleihen auszugeben, einen Bankkredit aufzunehmen oder einen Investor hinzuzuziehen – die Experten von ARROWS gehen diese Strategie mit Ihnen durch und helfen bei der Entscheidung.
Auf Wunsch können sie auch Verhandlungen mit der Bank oder dem Investor in Ihrem Namen führen oder die Refinanzierung eines ungünstigen Kredits in die Wege leiten.
Vermittlung des Verkaufs bzw. Exit-Strategie
Ziel jedes Entwicklungsprojekts ist es, es erfolgreich abzuschließen und zu verwerten – entweder durch Einzelverkauf an Endkunden oder durch Verkauf des gesamten Projekts (Gebäudes) an einen Investor, etwa einen Immobilienfonds. ARROWS unterstützt auch in dieser Schlussphase. Die Kanzlei erstellt Verträge über die Übertragung von Immobilien für einzelne Wohnungen oder Häuser, sorgt für die anwaltliche Treuhandverwahrung der Kaufpreise und einen reibungslosen Eigentumsübergang auf die neuen Eigentümer. Entscheiden Sie sich, das gesamte Projekt an einen Investor zu verkaufen (sog. Exit aus dem Projekt), bereitet ARROWS die Verkaufsstruktur vor (z. B. Verkauf des Geschäftsanteils an der projekthaltenden Gesellschaft vs. direkter Verkauf der Immobilie), sodass der Verkauf rechtssicher und steuereffizient ist. Dank ihrer Erfahrung scheitert der Verkauf nicht an Formfehlern oder versäumten Fristen.
Innerhalb der ARROWS-Gruppe wird zudem mit Immobilienexperten und Sachverständigen zusammengearbeitet, sodass eine Immobilienbewertung, Beratung zum Verkaufsmarketing oder bei Bedarf die Empfehlung eines zuverlässigen Maklerbüros möglich ist. Kurz gesagt: ARROWS kann als Koordinator des gesamten Prozesses bis zur endgültigen Verwertung des Projekts fungieren.
Vertrauensaufbau und Vertretung Ihrer Interessen
Neben konkreten Tätigkeiten liegt einer der größten Mehrwerte von Anwälten darin, dass sie Glaubwürdigkeit und Ruhe in das Projekt bringen. Sehen Finanzierungspartner, dass eine renommierte Anwaltskanzlei hinter Ihnen steht und die rechtliche Seite überwacht, bewerten sie das sehr positiv.
ARROWS ist dafür bekannt, Wert auf Schnelligkeit und Professionalität zu legen – Dinge zügig zu erledigen, was in der Dynamik eines Entwicklungsprojekts entscheidend ist. Zudem kann die Kanzlei Ihre Interessen schützen, wenn es zu Streitigkeiten oder unvorhergesehenen Situationen kommt – ob bei Verhandlungen über eine Stundung mit der Bank oder bei der rechtlichen Abwehr unberechtigter Ansprüche, Sie haben in ihr eine Stütze. ARROWS wurde als „Kanzlei des Jahres 2024“ ausgezeichnet, was ihre Qualität und ihren breiten fachlichen Hintergrund belegt. Mit mehr als 60 Beratern (Anwälte, Steuerberater, Fördermittelexperten) kann sie tatsächlich sämtliche Bedürfnisse von Unternehmern im Immobilienbereich unter einem Dach abdecken. Mandanten sparen so Zeit und erhalten einen umfassenden Service – sie müssen nicht jede Einzelfrage mit einem anderen Berater klären.
Kurz gesagt: Die Rechtsanwaltskanzlei ARROWS hilft Ihnen, Risiken zu minimieren und die Erfolgschancen Ihres Projekts zu maximieren. Von den ersten Finanzierungsgesprächen über Vertragsabschlüsse und Behördenverhandlungen bis zum finalen Verkauf – in jeder Phase steht sie Ihnen als erfahrener Partner zur Seite. Das schafft Vertrauen nicht nur zwischen Ihnen und ARROWS, sondern auch zwischen Ihnen und den Finanzierern, weil diese wissen, dass das Projekt rechtlich fest im Griff ist. Das Ergebnis sind ein reibungsloserer Finanzierungsverlauf, weniger Stress und oft auch bessere Konditionen, als Sie allein aushandeln würden.
Das Team der Rechtsanwaltskanzlei ARROWS
Praktische Tipps für möglichst gute Finanzierungskonditionen
Abschließend einige praktische Tipps und Empfehlungen für Entwickler und Investoren, die für ihr Immobilienprojekt die günstigste Finanzierung erhalten wollen.
Diese Ratschläge beruhen auf bewährter Praxis und können Ihnen helfen, erhebliche Summen zu sparen oder Komplikationen zu vermeiden:
Erstellen Sie einen erstklassigen Projektplan
Je besser Ihr Projekt durchdacht und geplant ist, desto besser können Sie über die Finanzierung verhandeln. Legen Sie eine Machbarkeitsstudie, ein realistisches Budget, einen Zeitplan und eine Marktanalyse vor. Wenn Sie einem potenziellen Finanzierer professionelle Unterlagen präsentieren (idealerweise gestützt durch die Einschätzung eines unabhängigen Experten), gewinnen Sie seinen Respekt und sein Vertrauen. So vermeiden Sie, dass Bank oder Investor Ihnen übertrieben konservative Bedingungen diktieren, nur weil sie zu wenig über das Projekt wissen.
Diversifizieren Sie Ihre Finanzierungsquellen
Verlassen Sie sich nicht nur auf eine Quelle. Auch wenn Sie einen Bankkredit bevorzugen, erwägen Sie eine Kombination mit anderen Formen (Investor, Crowdfunding, Vorverkäufe). Sehen Finanzierer, dass das Projekt mehrere Finanzierungssäulen hat, fühlen sie sich sicherer – die Bank sieht gern, dass ein erfahrener Investor einen Teil beisteuert, und der Investor schätzt eine Kreditzusage der Bank. Zudem können Sie Konditionen gegeneinander ausspielen – mit einer Alternative in der Hinterhand sind Sie bei Zins- oder Konditionsverhandlungen in einer besseren Position.
Sprechen Sie mehrere Institute und Investoren an
Setzen Sie bei Verhandlungen nie alles auf eine Karte. Senden Sie Ihren Finanzierungsantrag an mehrere Banken gleichzeitig und präsentieren Sie das Projekt mehreren Investoren. Damit erhöhen Sie die Chance, überhaupt eine Finanzierung zu erhalten, und können die Angebote vergleichen.
Wissen Sie, dass Bank A Ihnen einen Kredit zu 6 % und Bank B zu 5,5 % anbietet, haben Sie Verhandlungsspielraum. Achten Sie aber auf Diskretion und üben Sie keinen unfairen Druck aus – der Finanzmarkt ist vernetzt, und Vertreter der Institute sprechen miteinander. Ideal ist es, parallel zu verhandeln, aber korrekt mitzuteilen, dass Sie auch anderswo verhandeln und sich für das beste Angebot entscheiden.
Verhandeln Sie die Bedingungen, nicht nur den Zins
Viele konzentrieren sich bei der Finanzierung nur auf den Zinssatz und vernachlässigen andere wichtige Bedingungen. Dabei können Gebühren, Anforderungen und vertragliche Vereinbarungen den endgültigen Projekterfolg stark beeinflussen.
Versuchen Sie z. B. auszuhandeln: eine längere Abrufphase des Kredits, damit Sie nicht unter Zeitdruck geraten; die Möglichkeit von Sondertilgungen ohne hohe Sanktionen, falls sich das Projekt gut verkauft; angemessene Covenants (Finanzkennzahlen) oder idealerweise keine; eine niedrigere Bearbeitungsgebühr (Banken berechnen mitunter 1 % des Betrags, versuchen Sie, weniger auszuhandeln); bei Investoren wiederum eine Begrenzung ihrer Vorzugsrendite, damit Ihnen ein fairer Gewinnanteil bleibt. Jeder Vertragspunkt lässt sich in gewissem Maße anpassen – betrachten Sie den ersten Entwurf nicht als unabänderlich. Wenn Sie unsicher sind, was sich verbessern lässt, wenden Sie sich an Berater oder Anwälte, die wissen, was marktüblich ist.
Erwägen Sie Sicherheiten und Garantien
Bieten Sie dem Finanzierungspartner stärkere Sicherheiten an, sofern dies für Sie nicht zu einschränkend ist – so können Sie bessere Konditionen erzielen. Wenn Sie der Bank etwa neben dem im Bau befindlichen Projekt eine weitere Immobilie verpfänden, die Ihnen gehört (sofern möglich), kann dies zu einem niedrigeren Zins oder einem höheren Kreditbetrag führen. Oder Sie stellen eine Bürgschaft der Muttergesellschaft oder der Projekteigentümer für den Kredit (natürlich nur in vertretbarem Umfang). Einem Investor können Sie anbieten, dass er einen Bonus oder zusätzlichen Anteil erhält, wenn das Projekt bestimmte Ergebnisse nicht erreicht. Mit diesem Beweis Ihres Vertrauens in den Erfolg beruhigen Sie die Gegenseite.
Aber Vorsicht: Rechnen Sie stets durch, was das für Sie bedeutet, damit Sie nicht mehr versprechen, als gesund ist – eine Sicherheit sollte im schlimmsten Fall nicht den Bestand Ihres übrigen Vermögens gefährden.
Nutzen Sie Förder- und Vorzugsprogramme
Verfolgen Sie, welche öffentlichen Programme zur Förderung von Wohnungsbau, Unternehmertum oder Regionalentwicklung verfügbar sind. Neben direkten Zuschüssen gibt es mitunter auch zinsgünstige Kredite (z. B. gewährt die Nationale Entwicklungsbank (Národní rozvojová banka) gelegentlich günstige Finanzierungen für bestimmte Projekte) oder Garantien für Kredite (eine staatliche Garantie kann es der Bank ermöglichen, auch ein riskanteres Projekt zu finanzieren, weil der Staat für die Rückzahlung eines Teils haftet).
Hat Ihr Projekt ein besonderes Merkmal – ist es etwa ein Brownfield oder hat es eine soziale Dimension –, prüfen Sie unbedingt, ob dafür ein passendes Programm ausgeschrieben ist. Diese Mittel erhalten Sie zwar nicht von heute auf morgen, sie können aber die Finanzbilanz des Projekts dramatisch verbessern. Zudem sehen Finanzierungspartner gern, dass ein Teil des Risikos von einem Dritten (z. B. einem staatlichen Fonds) getragen wird, und zeigen sich dann entgegenkommender.
Pflegen Sie einen guten Ruf und eine gute Historie
Für Investoren wie Banken ist die Glaubwürdigkeit des Entwicklers wichtig. Haben Sie bereits Projekte hinter sich, bei denen Sie Kredite ordnungsgemäß zurückgezahlt oder Investoren ausbezahlt haben, betonen Sie dies unbedingt. Bauen Sie sich den Ruf auf, Ihre Verpflichtungen einzuhalten. Das öffnet Ihnen künftig die Tür zu besseren Konditionen – die Bank wird mit Ihnen als bewährtem Kunden umso bereitwilliger verhandeln, vielleicht einen schnelleren Prozess oder eine niedrigere Marge anbieten. Kleinanleger geben ihr Geld lieber jemandem, über den sie positive Referenzen lesen, als einem unbekannten Neuling.
Achten Sie also auf Fairness – zahlen Sie pünktlich, informieren Sie offen über den Projektverlauf (etwa durch regelmäßige Berichte an Investoren). Ein guter Ruf ist ein immaterieller Vermögenswert, der sich bei der Finanzierung in sehr konkrete Vorteile verwandelt.
Lassen Sie sich von Experten beraten
Die Finanzierung großer Projekte ist eine komplexe Disziplin. Niemand kann alles im Detail verstehen – Recht, Finanzen, Bauingenieurwesen, Marketing… Umgeben Sie sich daher mit Fachleuten und delegieren Sie spezialisierte Aufgaben. Ein erfahrener Finanzberater hilft Ihnen, den optimalen Finanzierungsmix zusammenzustellen und die richtigen Institute anzusprechen.
Eine Anwaltskanzlei (wie ARROWS) achtet auf die rechtlichen Erfordernisse und verschafft Ihnen eine bessere Vertragsposition. Ein Projektmanager überwacht die Einhaltung der Meilensteine, damit Sie die Finanzierungsbedingungen erfüllen. Durch die Einbindung von Experten wenden Sie zwar zusätzliche Mittel für deren Honorare auf, erhöhen aber deutlich die Chance, schneller und günstiger an Geld zu kommen – was sich letztlich vielfach auszahlt. Zudem haben Sie so den Kopf frei, um sich auf die Gesamtsteuerung des Projekts und die Verhandlungen mit Schlüsselpartnern zu konzentrieren.
Handeln Sie rechtzeitig
Beginnen Sie frühzeitig mit der Finanzierung. Idealerweise sollten Sie das Finanzierungsterrain bereits sondieren, wenn sich das Projekt in der Konzeptphase befindet und Sie die Unterlagen für die Baugenehmigung vorbereiten. Unverbindliche Vorabzusagen von Banken oder Investoren können Sie sich ruhig ein Jahr im Voraus sichern. So erfahren Sie, woran Sie sind (ob Ihr Projekt zu vernünftigen Bedingungen finanzierbar ist), und haben Zeit, das nachzubessern, was die Finanzierer verlangen.
Die Bank kann zum Beispiel sagen: „Wir leihen Ihnen das Geld, aber holen Sie noch einen Partner mit 20 % Kapital ins Boot.“ – Sie haben dann Zeit, ihn zu finden. Oder ein Investor sagt: „Ich investiere, aber ich will, dass Sie eine Baugenehmigung haben.“ – Sie konzentrieren sich auf deren Beschaffung. Lassen Sie alles bis zu dem Moment liegen, in dem Sie „bauen müssen“, geraten Sie unter Zeitdruck, und das schafft nie eine gute Verhandlungsposition. Also: proaktives Vorgehen und Zeitpuffer = bessere Konditionen.
Wenn Sie die genannten Tipps befolgen, verbessert sich Ihre Ausgangsposition bei der Mittelbeschaffung für ein Immobilienprojekt erheblich. Denken Sie daran: Ziel ist nicht, die Finanzierung um jeden Preis zu erhalten, sondern günstig und sicher. Ein kurzfristig verlockendes Finanzierungsangebot kann teuer werden, wenn es mit Risiken oder nachteiligen Vereinbarungen verbunden ist. Lieber jetzt Mühe in die Verhandlungen stecken, als später die Folgen einer schlecht aufgesetzten Finanzierung zu tragen.
Fazit
Die Beschaffung von Geld für ein Immobilienprojekt ist ein komplexer Prozess, der Strategie, Sorgfalt und Wissen aus vielen Bereichen erfordert. In diesem Artikel haben wir gezeigt, dass es eine ganze Reihe von Finanzierungsmöglichkeiten gibt – von klassischen Bankkrediten über Investoren, Fonds, Crowdfunding und Eigenkapital bis hin zu Fördermitteln oder Anleihen. Jede davon kann im erfolgreichen Finanzplan eines Projekts ihre Rolle spielen.
Entscheidend ist, dass alles rechtlich abgesichert und so durchdacht ist, dass Risiken minimiert werden: Gute Verträge, erteilte Genehmigungen und die Einhaltung der Regeln sind unverzichtbare Voraussetzungen für eine reibungslose Finanzierung. Die Praxisbeispiele haben uns daran erinnert, dass sorgfältige Vorbereitung und Diversifizierung der Quellen zum Erfolg führen, während Übereilung und Missachtung der Regeln zum Scheitern führen können.
Die Rechtsanwaltskanzlei ARROWS steht Ihnen bei jedem Schritt dieses Weges zur Seite. Mit ihrer Erfahrung und ihrem umfassenden Ansatz hilft sie Ihnen sowohl bei der rechtlichen Absicherung der Finanzierung als auch bei den praktischen Verhandlungen mit Partnern und Behörden. Die Zusammenarbeit mit Profis erhöht deutlich die Chance, dass Sie das benötigte Geld rechtzeitig und zu günstigen Bedingungen erhalten und Ihr Projekt ohne unnötige Hindernisse realisiert wird.
Ob Sie ein erfahrener Entwickler sind oder ein Investor, der sein erstes größeres Projekt angeht – lassen Sie sich beraten und nutzen Sie die verfügbaren Instrumente. Mit einer gut aufgesetzten Finanzierung und einem starken Expertenteam an Ihrer Seite können Sie Ihre Immobilienvisionen Wirklichkeit werden lassen.
Kontaktieren Sie ARROWS für eine Beratung zu Ihrem Vorhaben – wir helfen Ihnen gern, den besten Weg zur Finanzierung und zum erfolgreichen Abschluss Ihres Projekts zu finden. Geld für ein Immobilienprojekt zu beschaffen kann anspruchsvoll sein, doch mit fachkundiger Unterstützung und der richtigen Strategie schaffen Sie es, und Ihr Projekt erhält ein solides Fundament für künftigen Erfolg.
Über den Autor
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- JUDr. Ondřej Stehlík, LL.M., MBA
- Development & Baurecht



