KI am Arbeitsplatz: Wer haftet für Fehler der künstlichen Intelligenz?
Für Fehler der künstlichen Intelligenz am Arbeitsplatz haftet nicht das System selbst, sondern je nach Umständen der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer oder der Anbieter. Diskriminiert die KI beispielsweise bei der Personalauswahl Bewerber, muss das Unternehmen sowohl die Haftung als auch die Korrektur der Entscheidung klären. Der Artikel erklärt die rechtlichen Risiken nach tschechischem Recht, die vertragliche Aufteilung der Verantwortung sowie die Bedeutung interner Richtlinien, Schulungen und menschlicher Aufsicht.

Haftung für KI-Fehler nach tschechischem Recht
Die wichtigsten Fragen, die sich in der Praxis stellen:
- Ist die KI nur ein Werkzeug, oder kann sie selbst für einen Fehler haften? – Rechtlich haftet heute stets die Person oder das Rechtssubjekt, das die KI einsetzt.
- Wer haftet für einen durch KI verursachten Schaden? – Ist die KI in Arbeitsprozesse integriert, trägt der Arbeitgeber die Verantwortung. Bei einer fehlerhaften KI-Entscheidung im HR-Bereich (z. B. einer diskriminierenden Entscheidung bei der Personalauswahl) können sowohl der Arbeitgeber als auch der Softwareanbieter haften.
- Wie kann man sich vertraglich absichern? – Unternehmen sollten in Arbeitsverträgen und internen Richtlinien die Verantwortung der Arbeitnehmer für die Arbeit mit KI klar festlegen und sich gegen die Haftung gegenüber Dritten absichern.
Europäische KI-Regulierung: Was bringt der AI Act?
Die Europäische Union bereitet die Verordnung AI Act vor, die Regeln für den Einsatz künstlicher Intelligenz in verschiedenen Branchen festlegt. Die wichtigsten Punkte für Arbeitgeber:
- Klassifizierung von KI-Systemen nach Risikostufe – KI, die in Arbeitsverhältnissen eingesetzt wird, dürfte in die Kategorie „hohes Risiko“ fallen (Personalauswahl, HR und Personalmanagement).
- Transparenzpflicht – Arbeitgeber müssen die Arbeitnehmer darüber informieren, wie die KI-Systeme funktionieren und welche Entscheidungen sie treffen.
- Verantwortung für KI-Entscheidungen – Die Regulierung betont die Bedeutung der menschlichen Aufsicht über KI-Entscheidungen.
- Verpflichtende Prüfung von KI-Systemen – Unternehmen müssen ihre KI-Werkzeuge einem Audit unterziehen, um das Risiko von Fehlern und Diskriminierung zu minimieren.
Wie sollten sich Unternehmen vorbereiten?
Damit Arbeitgeber rechtlichen Risiken im Zusammenhang mit dem Einsatz von KI vorbeugen, empfehlen wir folgende Schritte:
- Aktualisierung der Arbeitsverträge – Definieren Sie klar die Verantwortung der Arbeitnehmer für die Arbeit mit KI und deren Grenzen.
- Sicherstellung menschlicher Aufsicht – Lassen Sie zentrale Entscheidungen von Mitarbeitern überprüfen, damit die KI keine rechtlichen Probleme allein verursachen kann.
- Interne Richtlinien zur KI-Nutzung – Stellen Sie sicher, dass die Mitarbeiter wissen, wie sie mit KI arbeiten sollen und was erlaubt ist und was nicht.
- Vorbereitung auf den AI Act – Verfolgen Sie die Gesetzesentwicklung und bereiten Sie sich auf neue Pflichten vor.
Fazit
KI bringt Innovationen, aber auch neue rechtliche Herausforderungen mit sich. Unternehmen müssen auf die Frage der Haftung für KI-Fehler vorbereitet sein und sich zugleich an die bevorstehende europäische Regulierung anpassen. Ungeklärte Regeln können zu Rechtsstreitigkeiten und Sanktionen führen. Wir empfehlen daher, Anwälte zu konsultieren, die auf Arbeitsrecht und KI-Compliance spezialisiert sind.
