Vorschüsse auf die Auszahlung von Gewinnanteilen
Steuerliche und buchhalterische Zusammenhänge bei der laufenden Entnahme liquider Mittel aus der Gesellschaft
Nach tschechischem Recht kann ein Vorschuss auf den Gewinnanteil schon vor Ende des Geschäftsjahres ausgezahlt werden. Voraussetzung ist ein ordnungsgemäßer Zwischenabschluss, der ausreichende Mittel nachweist. Weist die Gesellschaft am Jahresende nicht genug Gewinn aus, muss der Gesellschafter das Geld innerhalb von 3 Monaten zurückzahlen, andernfalls liegt eine ungerechtfertigte Bereicherung vor. Sie erfahren, wie Sie den Vorschuss sicher gestalten und welche steuerlichen Pflichten damit verbunden sind.

Zusammenfassung
- Grundvoraussetzung: Ein Vorschuss darf nur auf Grundlage eines sorgfältig erstellten Zwischenabschlusses ausgezahlt werden, aus dem hervorgeht, dass die Gesellschaft über ausreichende Mittel verfügt.
- Insolvenztest: Der Geschäftsführer haftet persönlich dafür, dass die Auszahlung des Vorschusses die Gesellschaft finanziell nicht gefährdet und nicht in die Insolvenz führt.
- Besteuerung an der Quelle: Der ausgezahlte Vorschuss unterliegt sofort der 15%igen Quellensteuer, die die Gesellschaft bis zum Ende des Folgemonats an den Staat abführen muss.
- Rückzahlungsrisiko: Weist die Gesellschaft am Jahresende keinen ausreichenden Gewinn zur Deckung des Vorschusses aus, muss der Gesellschafter das ausgezahlte Geld von Gesetzes wegen innerhalb von drei Monaten zurückzahlen.
- Holdingvorteile: Bei Erfüllung der Voraussetzungen können Vorschüsse innerhalb einer Holdingstruktur völlig ohne Steuerbelastung zwischen Gesellschaften verschoben werden.
Warum Eigentümer nicht bis zum Jahresende warten wollen
Der Standardprozess der Gewinnverteilung in einem Unternehmen ist langwierig und voller Bürokratie. Das Geschäftsjahr endet in der Regel im Dezember, danach wird über mehrere Monate hinweg der ordentliche Jahresabschluss erstellt und die Körperschaftsteuererklärung eingereicht. Die Generalversammlung entscheidet dann oft erst im Juni über die Verteilung des Gewinns aus dem Vorjahr.
Das bedeutet, dass Eigentümer auf ihr im Januar des Vorjahres verdientes Geld real bis zu eineinhalb Jahre warten. Diese Verzögerung ist für die meisten dynamischen Unternehmer absolut inakzeptabel. Besonders in Zeiten hoher Inflation verliert das Geld, das ungenutzt auf den Bankkonten des Unternehmens liegt, allmählich an Kaufkraft.
Eigentümer suchen daher völlig logisch und berechtigt nach Wegen, um Bargeld, von dem sie sicher wissen, dass das Unternehmen es tatsächlich erwirtschaftet hat, sicher zu transferieren. Sie benötigen das Geld für ihre persönlichen Budgets, für den Immobilienkauf, private Investitionen oder die Finanzierung anderer Familienprojekte.
Diese absolut legitime Forderung stößt jedoch auf die Barriere des Gesetzes über Handelsgesellschaften, das das Vermögen des Unternehmens streng vom Vermögen der Gesellschafter trennt. Das Bargeld des Unternehmens darf nicht willkürlich transferiert werden. Und genau hier kommt das legale Instrument in Form von Abschlagszahlungen auf den Gewinnanteil ins Spiel. Bei der Einrichtung des legalen Verfahrens (einschließlich des Beschlusses der Generalversammlung und der Folgedokumente) kann auch die Agenda Gesellschaftsrecht, Holdings und Strukturen helfen.
Illegale Praktiken und versteckte Fallstricke wilder Abhebungen
Leider ignorieren viele Unternehmensinhaber den komplexen Prozess mit den Abschlagszahlungen und greifen zu illegalen oder hochriskanten Praktiken. Am typischsten ist der Missbrauch von Firmenkreditkarten für alltägliche private Einkäufe. Gesellschafter bezahlen Familienurlaube, private Autos oder Luxusgüter von den Firmenkonten.
Dieses Vorgehen ist jedoch völlig falsch und stellt das erste leichte Ziel für eine eventuelle Prüfung durch das Finanzamt dar. Die Prüfer werden diese privaten Ausgaben kompromisslos aus den steuerlich abzugsfähigen Betriebsausgaben des Unternehmens streichen, dem Unternehmen Körperschaftsteuer nachfordern und obendrein harte Strafen verhängen.
Damit endet es aber noch lange nicht. Das Finanzamt wird diese privaten Zahlungen zudem als sogenannten verdeckten Gewinnanteil umklassifizieren. Das bedeutet, dass es vom Unternehmen rückwirkend auch die Abführung einer 15%igen Quellensteuer verlangen wird, die bei dieser verdeckten Bargeldentnahme hätte abgeführt werden müssen. Die praktischen Auswirkungen der Quellensteuer (einschließlich der korrekten Festlegung von Zinsen bei alternativen Cashflow-Lösungen) analysieren wir auch im Artikel Darlehen zwischen Gesellschaft und Eigentümer: Wie man Zinssätze richtig ansetzt und Steuernachforderungen bei einer Prüfung vermeidet. Die Schäden gehen dann in die Hunderttausende Kronen.
Ein weiteres häufiges Übel ist die Einrichtung intransparenter "Kassen", bei denen der Gesellschafter einfach Bargeld am Geldautomaten abhebt und dies in der Buchhaltung als fiktiver Vorschuss an einen Mitarbeiter geführt wird. Mit den Anwälten von ARROWS unterbinden Sie diese Guerilla-Methoden und richten einen transparenten Prozess für die Gewinnauszahlung ein.
Buchhalterische Leitplanken und die Notwendigkeit eines Zwischenabschlusses
Die Entscheidung über die Auszahlung einer Abschlagszahlung auf den Gewinn kann nicht einfach so am Schreibtisch auf der Grundlage des Gefühls des Geschäftsführers getroffen werden, dass es dem Unternehmen derzeit gut geht. Das Gesetz verlangt absolut strikt die Erstellung eines Zwischenabschlusses. Wenn Sie auch die damit verbundene Einrichtung von Prozessen und Unterlagen für die Buchhaltung lösen, kann es praktisch sein, auch Buchhaltungsdienstleistungen einzubeziehen. Es handelt sich um ein genaues, reales und fundiertes Bild der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens zu einem bestimmten Datum im Laufe des Jahres.
Dieser Abschluss darf nicht nur ein schnell ausgedruckter Bericht aus Ihrer Buchhaltungssoftware sein. Er muss alle formellen Anforderungen erfüllen. Die Buchhaltungsabteilung muss zumindest eine außerordentliche Inventur der Schlüsselpositionen durchführen, den anteiligen Teil der Abschreibungen verbuchen und alle Rechnungsabgrenzungsposten und Rückstellungen berücksichtigen.
Ziel ist es, eine absolut genaue Zahl darüber zu erhalten, welchen realen Gewinn das Unternehmen bis zu diesem Zeitpunkt erwirtschaftet hat. Wenn Sie beispielsweise im September eine Abschlagszahlung auszahlen möchten, müssen Sie einen sauberen Zwischenabschluss etwa zum 31. August erstellt haben, der nachweislich zeigt, dass das Unternehmen einen Gewinn erzielt hat, aus dem die Abschlagszahlung gedeckt werden kann.
Die Erstellung eines qualitativ hochwertigen Zwischenabschlusses erfordert eine enge Zusammenarbeit der Geschäftsführung mit den Buchhaltern oder Wirtschaftsprüfern. Dies bedeutet einen gewissen zusätzlichen administrativen Aufwand, aber dieser Schritt kann legal einfach nicht übersprungen werden. Gerade der ordnungsgemäße Zwischenabschluss ist Ihr Hauptbeweis für das Finanzamt im Falle einer zukünftigen Betriebsprüfung. Im Zusammenhang mit möglichen Steuernachforderungen bei einer Prüfung kann es auch nützlich sein, die entsprechenden Regeln zu kennen, die wir im Artikel Unbezahlte Forderungen im B2B-Bereich: Wann kann der Verlust aus Rechnungen als steuerlicher Aufwand geltend gemacht werden und die strengen Bedingungen des Finanzamts erfüllen beschreiben.
Detaillierte Berechnung der maximalen Höhe der Abschlagszahlung
Auch wenn der Zwischenabschluss einen Millionengewinn ausweist, bedeutet dies nicht, dass Sie sich genau diese Million auszahlen können. Das Gesetz über Handelsgesellschaften legt eine sehr harte mathematische Obergrenze für die Berechnung des maximal möglichen Abschlagsbetrags fest. Der Zweck dieser Formel ist der maximale Schutz der Gläubiger der Gesellschaft.
Die Abschlagszahlung darf niemals höher sein als die Summe aus dem aktuellen Gewinn aus dem Zwischenabschluss und dem Gewinnvortrag aus den Vorjahren. Von dieser positiven Summe müssen Sie zudem noch eventuelle nicht gedeckte Verluste aus den Vorjahren sowie Gelder abziehen, die Sie gesetzlich oder satzungsgemäß zwingend in die Gewinnrücklagen einstellen müssen.
Stellen Sie sich das an einem Beispiel vor. Ein Unternehmen erwirtschaftet im ersten Halbjahr zwar einen fantastischen Gewinn von zwei Millionen Kronen, schleppt aber aus den Vorjahren einen nicht gedeckten Verlust in Höhe von anderthalb Millionen mit sich herum. In diesem Fall darf die maximale Höhe der ausgezahlten Abschlagszahlung den Betrag von einer halben Million Kronen nicht überschreiten.
Diese strenge Berechnung garantiert, dass die Eigentümer nicht mehr Geld aus dem Unternehmen abziehen, als dessen realer historischer und aktueller Bilanzüberschuss beträgt. Die Experten unserer Anwaltskanzlei helfen Ihnen gerne und professionell bei der genauen Berechnung der Grenzen für die Auszahlung von Abschlagszahlungen auf den Gewinn.
Insolvenztest: Warum der Buchgewinn allein für die Auszahlung nicht ausreicht
Auch wenn Ihnen ein perfekter Zwischenabschluss einen sicheren Gewinn ausweist und die Gesellschafter vehement ihr Geld fordern, muss das Vertretungsorgan das letzte Wort haben. Das Gesetz verlangt von den Geschäftsführern die Durchführung eines sogenannten Insolvenztests. Der Geschäftsführer darf keinen Gewinn auszahlen, wenn dies das Unternehmen in die Insolvenz treiben würde.
Der Insolvenztest bedeutet, dass der Geschäftsführer den aktuellen und zukünftigen Cashflow sehr nüchtern beurteilen muss. Er muss absolut sicher sein, dass dem Unternehmen nach der Überweisung von Millionenbeträgen als Abschlagszahlungen auf die privaten Konten der Gesellschafter genügend liquide Mittel verbleiben, um die anstehenden Steuern, Gehälter und Lieferantenrechnungen zu bezahlen.
Ein schöner Gewinn in der papiernen Gewinn- und Verlustrechnung entspricht nämlich oft bei weitem nicht dem realen Bargeld auf dem Bankkonto. Der Gewinn kann in vollen Warenlagern, in unfertigen Erzeugnissen oder in fälligen Forderungen gegen Kunden gebunden sein, die Ihnen aber schon seit drei Monaten nicht zahlen.
Für die Durchführung des Insolvenztests empfehlen wir, immer eine nachweisbare schriftliche Aufzeichnung über die Liquiditätsprüfung zu erstellen, die Teil der Unternehmensdokumentation wird. Dieser Schritt ist Ihr Hauptschutz für den Fall, dass das Unternehmen in Zukunft vor Problemen stehen sollte.
Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmanns und enorme persönliche Haftung
Die Entscheidung über die Auszahlung von Bargeld in Form von Abschlagszahlungen ist einer der schwerwiegendsten Schritte, die ein Geschäftsführer tun kann. Wenn der Geschäftsführer den Eigentümern Geld aus einem Unternehmen auszahlt, das real nicht über die nötige stabile Liquidität verfügt, und es dadurch in der Folge in die Insolvenz treibt, stößt er hart an die Grenzen des Gesetzes.
In einem solchen Fall würde er eindeutig gegen die Pflicht zur Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmanns verstoßen. Er verliert den Schutz der sogenannten Business Judgment Rule und setzt sich drastischen persönlichen Konsequenzen aus. Vor allem haftet er für den entstandenen Schaden und die Schulden des Unternehmens mit seinem gesamten persönlichen Vermögen.
Neben der zivilrechtlichen Haftung und der Pflicht, sein gesamtes Vermögen an verärgerte Gläubiger herauszugeben, bewegt sich der Geschäftsführer auf dem dünnen Eis des Strafrechts. Die ungedeckte Auszahlung von Geld an die Eigentümer vor einem drohenden Bankrott wird sehr leicht als Straftat der Gläubigerbegünstigung oder gar der Untreue qualifiziert.
Genau deshalb darf der Geschäftsführer dem blinden Druck der Gesellschafter nicht nachgeben, wenn er sich der finanziellen Stabilität des Unternehmens nach der Auszahlung der Abschlagszahlung nicht absolut sicher ist. Die Anwälte von ARROWS helfen den Vertretungsorganen, diese Situationen sicher zu meistern und für sie hieb- und stichfeste schriftliche Unterlagen zu erstellen, die ihr persönliches Vermögen schützen.
Unterschiede in den Prozessen bei einer s.r.o. und einer Aktiengesellschaft
Obwohl die Grundprinzipien für Abschlagszahlungen auf den Gewinn im gesamten Gesellschaftsrecht gelten, gibt es kleine prozessuale Unterschiede zwischen einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (s.r.o.) und einer Aktiengesellschaft (a.s.). Bei einer a.s. ist die Organstruktur in der Regel komplexer und der Aufsichtsrat, der über bedeutende Kontrollbefugnisse verfügt, kommt ins Spiel.
Während bei einer s.r.o. die gesamte Last der Entscheidung und der Durchführung des Insolvenztests ausschließlich beim Geschäftsführer liegt, ist die Situation bei einer Aktiengesellschaft etwas formeller. Der Vorstand bereitet zwar die Buchhaltungsunterlagen vor und prüft die Liquidität, sollte die gesamte Transaktion jedoch dem Aufsichtsrat zur Beratung vorlegen.
Der Aufsichtsrat sollte den Zwischenabschluss sowie das schriftliche Protokoll über den Insolvenztest des Vorstands gründlich prüfen. Seine eventuelle ablehnende Stellungnahme blockiert den Vorstand de jure zwar nicht, stellt aber ein riesiges Warnsignal dar und verlagert eine eventuelle zukünftige Haftung ausschließlich auf die Schultern der Vorstandsmitglieder.
Einige Aktiengesellschaften haben zudem direkt in ihrer Satzung die Bedingung verankert, dass die Auszahlung jeglicher Abschlagszahlungen der vorherigen strikten Zustimmung des Aufsichtsrats bedarf. Prüfen Sie daher mit den Experten von ARROWS immer zuerst Ihre Gesellschaftssatzung, damit Ihnen kein fataler formeller Fehler unterläuft.
Steuerliche Auswirkungen und der Mechanismus der Quellensteuer bei natürlichen Personen
Die Auszahlung einer Abschlagszahlung auf den Gewinnanteil wird aus steuerlicher Sicht genauso behandelt wie die Auszahlung einer klassischen endgültigen Dividende am Jahresende. Sobald Sie sich entscheiden, Geld an einen Gesellschafter, der eine natürliche Person ist, auf dessen privates Bankkonto zu senden, entsteht sofort die Pflicht, diese Einnahme zu versteuern.
In der Tschechischen Republik wird auf diese Kapitalerträge eine pauschale 15%ige Quellensteuer erhoben. Es ist wichtig zu wissen, dass diese Steuer nicht vom Gesellschafter selbst im Rahmen seiner jährlichen Steuererklärung abgeführt werden darf und kann. Die volle rechtliche und finanzielle Verantwortung für die Versteuerung trägt die auszahlende Gesellschaft.
Das Unternehmen muss von der gesamten genehmigten Abschlagszahlung 15 % einbehalten und dem Gesellschafter real nur den bereinigten Betrag auszahlen. Die einbehaltene Steuer muss die Buchhaltungsabteilung dann spätestens bis zum Ende des Kalendermonats an das Finanzamt abführen, der auf den Monat folgt, in dem die Abschlagszahlung formell verbucht und ausgezahlt wurde.
Sollte die Buchhalterin aus Unwissenheit dem Gesellschafter die Abschlagszahlung in Bruttohöhe auszahlen und die Steuer nicht an den Staat abführen, geht dieses Versäumnis voll zulasten des Unternehmens. Das Finanzamt wird die Quellensteuer dem Unternehmen nachfordern, harte Säumniszuschläge verhängen und für den Geschäftsführer bedeutet dies erneut ein potenzielles Problem wegen Verletzung der Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmanns.
Befreiung von der Quellensteuer in einer Holdingstruktur
Eine grundlegende steuerliche und strategische Wendung tritt ein, wenn die Abschlagszahlungen auf den Gewinn nicht an natürliche Personen ausgezahlt werden, sondern zwischen Unternehmen im Rahmen einer durchdachten Holdingstruktur transferiert werden. Hier kommt nämlich die sogenannte Mutter-Tochter-Richtlinie ins Spiel, die fabelhafte Vorteile bietet.
Wenn die Muttergesellschaft ununterbrochen über einen Zeitraum von zwölf Monaten eine mindestens 10%ige Beteiligung an der Tochtergesellschaft hält, gilt eine 100%ige Befreiung von der Quellensteuer auf Erträge. Bei Erfüllung dieser Bedingungen können Sie Abschlagszahlungen auf den Gewinn völlig ohne Steuerbelastung an die Muttergesellschaft senden.
Die Steuerbefreiung macht Abschlagszahlungen zu einem enorm starken Instrument für die sichere Zentralisierung von Unternehmensliquidität in der gesamten Holding. Das von den operativen Tochtergesellschaften verdiente Geld können Sie laufend und unversteuert in die „Tresor“-Muttergesellschaft ziehen, die damit Akquisitionen oder Darlehen finanziert.
Es muss jedoch an die strenge bürokratische Meldepflicht gedacht werden. Auch wenn der Transfer einer Millionen-Abschlagszahlung an die Muttergesellschaft zu 100 % von der Quellensteuer befreit ist, müssen Sie diesen Transfer dem Finanzamt formell melden. Diese Anzeigepflicht bei befreiten Einnahmen wird von der überwiegenden Mehrheit der Buchhalter leider vernachlässigt.
Die Vernachlässigung der Formularmeldung an die Finanzverwaltung wird dabei mit Bußgeldern bestraft, die in die Hunderttausende Kronen gehen können, obwohl der Staatskasse kein einziger Cent an Steuern entgangen ist. Die Steuerexperten von ARROWS werden daher Ihre gesamte Holdingdokumentation stets gründlich prüfen und auf die richtigen Fristen achten.
Ausländische Gesellschafter und internationale Besteuerung
Wenn Geld aus Abschlagszahlungen auf den Gewinn Staatsgrenzen überschreitet, betreten Sie das Minenfeld der internationalen Besteuerung. Wenn der Gesellschafter Ihrer tschechischen s.r.o. seinen steuerlichen Wohnsitz im Ausland hat, müssen Sie extrem auf die korrekte Anwendung der inländischen Gesetze und der entsprechenden internationalen Doppelbesteuerungsabkommen achten.
Die in der Tschechischen Republik gezahlte Quellensteuer richtet sich bei ausländischen Nichtansässigen nicht immer nach dem Standardsatz von 15 %. Wenn Sie eine Abschlagszahlung in ein sogenanntes Steuerparadies auszahlen (einen Staat, mit dem die Tschechische Republik kein Doppelbesteuerungsabkommen oder kein Abkommen über den Informationsaustausch geschlossen hat), schnellt der Quellensteuersatz auf sanktionierende 35 % hoch.
Wenn Sie die Abschlagszahlung hingegen an einen Eigentümer beispielsweise in der Slowakei oder in Deutschland auszahlen, kann das entsprechende internationale Abkommen den Quellensteuersatz erheblich senken, typischerweise auf 10 % oder 5 %. Um diesen niedrigeren Satz anzuwenden, müssen Sie jedoch eine Ansässigkeitsbescheinigung dieses Gesellschafters vorliegen haben.
Ganz spezifisch ist auch die oben erwähnte Mutter-Tochter-Richtlinie für Mutter- und Tochtergesellschaften innerhalb der EU. Wenn Ihre „Mutter“ in Österreich registriert ist und Ihre 10 % länger als ein Jahr hält, können Sie ihr eine Abschlagszahlung ohne Versteuerung senden, müssen aber wiederum über strenge Beweise verfügen, dass die österreichische Muttergesellschaft keine bloße Briefkastenfirma ist.
Die internationale Besteuerung ist ein komplexer Prozess, bei dem Fehler teuer werden. In der Anwaltskanzlei ARROWS analysieren wir Ihre grenzüberschrechenden Unternehmensstrukturen und bestimmen genau den richtigen Steuersatz, damit Sie keine schweren internationalen Streitigkeiten mit europäischen Finanzbehörden riskieren.
Das Risiko der Rückzahlung: Was passiert, wenn das Unternehmen am Jahresende keinen Gewinn ausweist?
Das Gesetz über Handelsgesellschaften spricht in dieser Hinsicht eine völlig klare und harte Sprache. Wenn der ordentliche Jahresabschluss am Jahresende keinen ausreichenden endgültigen Gewinn zur Deckung der zuvor ausgezahlten Abschlagszahlungen ausweist, werden diese ausgezahlten Gelder zu einer ungerechtfertigten Bereicherung des Gesellschafters, für die er keinen Rechtsgrund hat.
Es entsteht somit eine absolute gesetzliche Pflicht, dieses Geld dem Unternehmen in voller Höhe zurückzuzahlen. Dies ist keine Option oder der gute Wille des Eigentümers, sondern seine Pflicht, die das Gesetz streng hütet. Der Schutz der Stabilität des Unternehmens und seiner eventuellen externen Gläubiger steht hier bedingungslos über den Interessen der Eigentümer.
Die Frist für die Rückzahlung des unberechtigt ausgezahlten Bargelds ist unerbittlich und sehr kurz. Die Abschlagszahlung muss innerhalb von nur drei Monaten ab dem Tag zurückgezahlt werden, an dem die Generalversammlung den (oder spätestens hätte genehmigen müssen) erfolglosen ordentlichen Jahresabschluss genehmigt hat. Die Zeit läuft somit unerbittlich schnell gegen die Eigentümer.
Einforderung der nicht zurückgezahlten Abschlagszahlung: Konflikt zwischen Eigentümer und Manager
Wenn der Gesellschafter die unberechtigte Abschlagszahlung nicht innerhalb der gesetzlichen drei Monate freiwillig zurückzahlt, gerät das Vertretungsorgan in eine hochgradig stressige Situation. Der Geschäftsführer ist verpflichtet, diesen Betrag aktiv und absolut kompromisslos einzufordern, als handele es sich um einen beliebigen fremden Schuldner.
Tut der Geschäftsführer dies nicht, weil er Angst vor einer Abberufung aus dem Amt hat oder Respekt vor dem Eigentümer hat, verletzt er grob und fatal seine Pflicht zur Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmanns. Dadurch, dass er die Forderung gegen den Gesellschafter nicht eintreibt, schädigt er das Unternehmen und kann letztlich selbst persönlich für den verursachten Schaden haften.
Der Eigentümer kommt zudem mit der Rückzahlung des reinen Betrags nicht aus den Problemen heraus. Auf die nicht zurückgezahlte Abschlagszahlung werden sofort gesetzliche Verzugszinsen aus dem Titel der ungerechtfertigten Bereicherung angewendet. Der Geschäftsführer hat die Pflicht gegenüber dem Unternehmen, vom Eigentümer nicht nur die Hauptforderung selbst, sondern auch diese auflaufenden Zinsen einzufordern.
Mögliche Probleme | Wie ARROWS hilft (beratung@arws.cz) |
|---|---|
Risiko der Pflicht zur Rückzahlung der Abschlagszahlung bei unerwartetem Verlust am Ende des Geschäftsjahres. | Analyse der wirtschaftlichen Lage, Festlegung einer sicheren Höhe der Abschlagszahlung und Erstellung der Dokumentation für eine eventuelle Abwicklung von Rückzahlungen. |
Persönliche Haftung des Geschäftsführers für eine durch unverantwortlichen Liquiditätsentzug verursachte Insolvenz des Unternehmens. | Fachgerechte Durchführung des Insolvenztests und Erstellung einer schriftlichen Stellungnahme, die als Schlüsselbeweis für die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmanns dient. |
Nachforderung von Quellensteuer und hohen Sanktionen bei fehlerhafter Verbuchung oder verspäteter Abführung. | Komplette steuerliche Überwachung des Auszahlungsprozesses, Kontrolle der Meldefristen und Vertretung des Mandanten in der Kommunikation mit dem Finanzamt. |
Steuerlich nicht abzugsfähige Darlehen an Gesellschafter ohne marktüblichen Zins (sog. Fremdvergleichsgrundsatz). | Erstellung der Vertragsdokumentation für Darlehen, Festlegung der marktüblichen Zinshöhe und Eliminierung des Risikos der Nachforderung eines unberechtigten Vermögensvorteils. |
Internationale Besteuerung und Quellensteuern bei Nichtansässigen oder ausländischen Muttergesellschaften. | Expertenprüfung von Doppelbesteuerungsabkommen, Einholung von Ansässigkeitsbescheinigungen und Geltendmachung des Anspruchs auf Befreiung innerhalb der Holding. |
Komplikationen bei der Rückerstattung der abgeführten Quellensteuer
Wenn der Gesellschafter eine unberechtigte Abschlagszahlung zurückzahlen muss, entsteht zudem ein absurdes bürokratisches Problem. Das Unternehmen hat bei der sommerlichen Auszahlung 15 % Steuer einbehalten und dem Gesellschafter nur den Nettobetrag überwiesen. Gesetzlich muss der Eigentümer jedoch den gesamten Bruttobetrag zurückzahlen, da die Steuer in seinem Namen gezahlt wurde.
Das Unternehmen muss sich anschließend sofort mit einem komplizierten Antrag auf Erstattung des Quellensteuerguthabens an das Finanzamt wenden. Es argumentiert damit, dass es zu einer Auszahlung des endgültigen Gewinnanteils eigentlich überhaupt nicht gekommen ist und die Steuer somit im vergangenen Jahr unberechtigt abgeführt wurde.
Die Prüfer verlangen bei diesem Prozess typischerweise die Vorlage detaillierter Jahresabschlüsse, Beschlüsse der Generalversammlungen und vor allem von Bankbelegen, die beweisen, dass der Gesellschafter den gesamten Betrag real an das Unternehmen zurückgezahlt hat. Dies ist ein enormer administrativer Aufwand, bei dem auch die Öffnung der kompletten Buchhaltung droht.
Alternativen zu Abschlagszahlungen: Darlehen an Gesellschafter und ihre Risiken
Viele Unternehmer umgehen die komplizierten Regeln für Abschlagszahlungen in Form eines Darlehens aus der eigenen s.r.o. Bei einer solchen Transaktion entfällt die Notwendigkeit, Zwischenabschlüsse zu erstellen oder Quellensteuer abzuführen. Dieses schnelle Vorgehen birgt jedoch steuerliche Risiken, da ein Darlehen zwischen nahestehenden Personen strikt dem Fremdvergleichsgrundsatz entsprechen muss.
Ein Darlehen an einen Gesellschafter muss zwingend mit einem marktüblichen Zins verzinst werden. Wenn Sie sich Geld zinslos oder zu einem unangemessen niedrigen Zins leihen, entsteht Ihnen als natürlicher Person ein steuerpflichtiger Vermögensvorteil. Die Finanzämter werden in solchen Fällen den Zins hinzurechnen und Ihnen eine Einkommensteuernachforderung nebst entsprechenden Sanktionen auferlegen.
Ein Darlehen stellt zudem keinen dauerhaften Liquiditätsentzug dar. Sie müssen das Geld dem Unternehmen früher oder später zurückzahlen, was das Problem der Anhäufung von unversteuertem Gewinn auf lange Sicht nicht löst.
Weitere Alternativen: Vermietung von Vermögen und Vergütung
Ein legaler Weg zur laufenden Entnahme von Mitteln kann eine Situation sein, in der der Eigentümer dem Unternehmen sein persönliches Vermögen (z. B. Immobilien oder Fahrzeuge) vermietet, das das Unternehmen nachweislich für seine Geschäftstätigkeit benötigt. Für das Unternehmen stellt dies eine steuerlich abzugsfähige Betriebsausgabe dar und für den Eigentümer eine steuerpflichtige Einnahme. Auch hier gilt jedoch die Notwendigkeit, marktübliche Preise einzuhalten, was das Finanzamt durch eine objektive Marktanalyse oder ein Sachverständigengutachten belegt verlangen kann.
Eine häufige Lösung ist auch die standardmäßige monatliche Vergütung des Geschäftsführers auf der Grundlage eines Geschäftsführervertrags. Diese Variante unterliegt jedoch im Gegensatz zum Gewinnanteil voll den Abgaben zur Kranken- und Sozialversicherung. Unabhängig davon, welche dieser Alternativen Sie wählen, helfen Ihnen die erfahrenen Juristen der Anwaltskanzlei ARROWS, die Parameter der Transaktionen so einzustellen, dass sie einer eventuellen Finanzprüfung zuverlässig standhalten.
Abwicklung von Abschlagszahlungen nach Genehmigung des ordentlichen Jahresabschlusses
Die Endphase des gesamten Jahresprozesses ist die im Frühjahr oder Sommer stattfindende Genehmigung des ordentlichen Jahresabschlusses. Der anschließende Beschluss der Generalversammlung (oder des Alleingesellschafters) bestätigt offiziell den real erzielten Gewinn und legt dessen endgültige Verteilung verbindlich fest.
Im Beschluss der Generalversammlung muss ausdrücklich definiert werden, dass die zuvor ausgezahlten Abschlagszahlungen formell auf die neu genehmigte Auszahlung angerechnet werden. Durch diesen Vorgang wird die Forderung gegen den Gesellschafter ausgebucht. War der Gesamtgewinn höher, wird der genehmigte Differenzbetrag an den Gesellschafter nachgezahlt und standardmäßig mit der 15%igen Quellensteuer versteuert.
Jeglicher Fehler oder Ungenauigkeit im Wortlaut des Beschlusses kann dazu führen, dass die Abschlagszahlung formell nicht korrekt gedeckt ist. Erfahrene Anwälte und Unternehmensjuristen müssen daher der Vorbereitung dieser Gesellschaftsdokumente maximale Aufmerksamkeit widmen.
Zusammenfassung
Der laufende Entzug von Liquidität aus dem Unternehmen in Form von Abschlagszahlungen ist ein legales und effizientes Instrument. Es ermöglicht den Eigentümern, die verdienten Mittel in Echtzeit zu genießen, ohne lange auf den Jahresabschluss warten zu müssen.
Dieses Vorgehen erfordert jedoch die strikte Einhaltung der gesetzlichen Bedingungen. Erforderlich sind die Erstellung eines Zwischenabschlusses, die Durchführung eines Insolvenztests und die korrekte Abführung der Quellensteuer. Ohne entsprechenden Gewinn droht die Pflicht zur Rückzahlung des Geldes.
Um persönliche Haftung und Steuernachforderungen zu vermeiden, überlassen Sie die komplexe Bürokratie den Experten. Die Anwälte von ARROWS (beratung@arws.cz) bereiten für Sie eine hieb- und stichfeste Dokumentation vor und sorgen für einen sicheren Ablauf der Auszahlung.
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